„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

DIES UND DAS


Übersicht

  • „Sleep-Ring“ gegen das Schnarchen
  • Madenwürmer bei Kindern

VON FRANK R. BULLA

„Sleep-Ring“ gegen das Schnarchen

Akupressur kann helfen


(Foto: © Frank R. Bulla)

Das Schnarchen ist vermutlich so alt wie die Menschheit und hat schon zu viel Verdruss in manchem Schlafzimmer geführt. In besonders heiklen Fällen greifen Paare zum allerletzten Mittel und arrangieren Möglichkeiten, um nicht mehr im selben Zimmer nächtigen zu müssen; im schlimmsten Fall bedeutet das sogar Trennung, denn ein gesunder Schlaf, der durch nichts beeinträchtigt wird, ist enorm wichtig. Aber bislang – so scheint es – ist noch kein wirklich einfaches wie wirkungsvolles Mittel erfunden, um gegen das Schnarchen anzugehen. Es gibt zwar die unterschiedlichsten mechanischen Hilfsmittel, die während der Nacht über das Gesicht gestülpt werden – aber schon allein wenn man derer ansichtig wird, kann man sich nicht vorstellen, damit einen gesunden Schlaf finden zu können.

Vor einigen Wochen las ich das Posting einer „Facebook“-Freundin: Sie hatte offenbar eine simple Möglichkeit aufgetan, etwas gegen das nervende Schnarchen ihres Lebensgefährten zu tun. Das Stichwort lautet: Akupressur – mittels eines an einer Stelle geöffneten Rings (s. Foto!), der an der Innenseite zwei gegenüberliegende unterschiedlich große Verdickungen aufweist. Am kleinen Finger angesteckt, bedienen diese Verdickungen zwei Meridian-Linien, die mit der Nasen- und Rachenregion verbunden sind. Männer tragen den Ring in der Regel an der Basis des rechten kleinen Fingers, Frauen am linken kleinen Finger, wobei jeweils die kleinere der beiden Verdickungen nach innen weisen muss.

Der Erfolg des „Sleep-Rings“ (erhältlich im Internet) soll sich laut Hersteller bereits nach wenigen Wochen einstellen. In vielen Fällen ist die Wirkung bereits nach wenigen Tagen spürbar; so war das auch in meinem Falle: Normalerweise bekomme ich in den vergangenen Jahren immer mal wieder was von meiner Frau zu hören, wenn ich mich mal wieder in einer Phase befinde, da ich offenbar ganz besonders heftig schnarche. Dann beeinträchtigt das ihren Schlaf nicht unerheblich. Nachdem ich den Ring eingesetzt hatte, hörte ich wochenlang keine Klagen mehr. Zwar hatte das Schnarchen wohl nicht völlig aufgehört, war aber in Hinblick auf die Lautstärke auf ein sehr erträgliches Maß reduziert worden. Erst als mir durch ungeschickte Handhabung (vielleicht hatte ich auch ein ‚Montags-Produkt‘ erwischt) der Ring in zwei Teile zerbrach und ich ihn nicht mehr nutzen konnte, beklagte sich meine Frau in der darauffolgenden Nacht über mein heftiges Schnarchen.

Der Ring wurde sehr zeitnah und kostenfrei vom Hersteller ersetzt. Und seither findet meine Frau wieder ihren ungestörten Schlaf.

Den Ring am kleinen Finger spürt man übrigens so gut wie gar nicht, obgleich er relativ eng sitzt, was auch im Sinne des Erfinders ist. Man muss ihn konsequent jede Nacht tragen, allerdings nicht länger als zwölf Stunden. Die rund 40 €, die der Ring kostet, sind sicherlich ein stolzer Preis – sieht man allerdings Wirkung und Nutzen, scheint mir das gut investiertes Geld zu sein.

INFO:  07 / 2020

Madenwürmer bei Kindern

Unangenehm, aber kein Grund zur Panik

HANNOVER (ak).  Kleine Kinder spielen gern, ob am Boden oder im Sandkasten. Sie erkunden die Welt in der Oralphase mit dem Mund und untersuchen auf diese Weise nahezu alles, was ihnen in den Weg kommt. Dabei können die Kinder durch Handkontakt oder durch Einatmen die ovalen, etwa 20 bis 30 µm Eier der Madenwürmer aufnehmen und sich infizieren. Schätzungsweise bis zu 40 Prozent aller Fünf- bis Neunjährigen waren bereits von einer Infektion betroffen, in deutschen Kinderarztpraxen werden wöchentlich bis zu fünf Kinder wegen eines Infektionsverdachts vorgestellt. Der Befall ist meist harmlos, doch den kleinen Würmern sollte möglichst schnell der Garaus gemacht werden. Haben Eltern einen Anfangsverdacht, empfiehlt die „Apothekerkammer Niedersachsen“ einen sogenannten „Klebestreifen-Test“. Die Apotheken vor Ort geben Tipps zur Durchführung dieses Tests.

Lästige Schlafräuber

Madenwürmer (Enterobius vermicularis) leben versteckt im Dickdarm, der Parasitenbefall bleibt daher oft längere Zeit unbemerkt. Abends wandert das Weibchen Richtung After und legt dort etwa 10.000 Eier ab. Die Folge: Die Kinder leiden unter nächtlichem Juckreiz im Anal- und Vaginalbereich. Entsprechend unruhig kann die Nacht ausfallen. Entdecken Eltern beim Windelnwechseln oder im Slip kleine Würmer, besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollte das betroffene Kind sofort dem Arzt vorgestellt werden. Bei Mädchen besteht die Gefahr, dass der Wurm die weiblichen Genitale befällt und dort eine Entzündungsreaktion auslöst. Bei sehr starkem Befall kann es zu Durchfällen, Bauchschmerzen und Übelkeit kommen, in seltenen Fällen zu entzündlichen Prozessen in der Darmwand.

Medikation richtig handhaben

In der Selbstmedikation, das heißt ohne ärztliche Verschreibung, kann Pyrvinium, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Anthelminthika, für Kinder ab einem Jahr eingesetzt werden. Bei der Gabe von Pyrvinium bildet sich ein Farbstoff, der den Stuhl hellrot einfärbt und aus Textilien nicht entfernt werden kann – Eltern sollten keinen Schreck bekommen und meinen, es sei Blut im Urin. Sind die Kinder jünger, sollten Eltern Wurmpräparate nur in Rücksprache mit dem Arzt anwenden. Für die Kleinen gibt es in der Apotheke vor Ort eine Suspension, die vor Gebrauch geschüttelt werden muss und mit Fruchtsaft vermischt werden kann. Für ältere Kinder stehen Präparate zur Verfügung, deren Wirkstoff jedoch zu leichteren Magen-Darm-Beschwerden führen kann, der Wirkstoff ist lediglich lokal im Dickdarm wirksam. Weitere Präparate mit Wirkstoffen wie Pyrantel, Albendazol und Mebendazol sind verschreibungspflichtig.

Angehörige gleich mitbehandeln

Eine medikamentöse Behandlung ist notwendig, auch wenn Madenwürmer und Eier nach einigen Wochen von selbst absterben. Ohne entsprechende Präparate kommt es zu einem ständig neuen Befall durch orale Aufnahme oder Inhalation noch vorhandener Eier in der Umgebung. Daher sollten alle infizierten Patienten – Geschwister und Eltern eingeschlossen – die Therapie am selben Tag beginnen und mindestens einmal nach zwei Wochen wiederholen. Schwangere sollten besser den Arzt aufsuchen. Auch eine dritte Einnahme nach weiteren zwei Wochen kann erwogen werden, um alle Entwicklungsstadien des Wurmes zu erfassen. Ist die Therapie nicht erfolgreich, ist das ein Indikator für eine erneute Infektion im Familienkreis. Daher werden nahelebende Angehörige vorsorglich mitbehandelt.

Auch Selbstinfektion erneut möglich

Nach einem Erstbefall gelangen durch Kratzen am After aufgrund des verursachten Juckreizes die ausgeschiedenen, klebrigen Eier an Hände und Fingernägel und von hier zurück in den Mund (Selbstinfektion) oder auf Türklinken oder Spielzeug (Weitergabe der Infektion). Da die Eier in einer feuchten Umgebung bis zu drei Wochen infektiös bleiben, ist auch nach erfolgreicher Behandlung des Patienten bei unzureichender Reinigung der Umgebung eine erneute Infektion durch verbleibende Eier möglich.

Ausführliche Hygiene

Die Eier bleiben bei kühlen, feuchten Bedingungen bis zu drei Wochen infektiös. Daher sollten zu Behandlungsbeginn auch Bettwäsche, Handtücher, Kleidung und Kuscheltiere bei 60 Grad gewaschen werden. Schlafräume werden gründlich durchgewischt, Türklinken und Sanitär-Einrichtungen geputzt und Spielzeug mit heißem Wasser gereinigt. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist in der Regel nicht notwendig. Es wäre aber fatal zu schlussfolgern, dass eine Infektion ein Indikator für einen dreckigen Haushalt ist. Die tägliche Hygiene ist das A und O: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife gehört ebenfalls dazu wie kurz geschnittene Fingernägel. Kleinkinder werden möglichst eng gewickelt, um weiteres Kratzen im Schlaf zu vermeiden. Sogenannte Familienhandtücher sollten vermieden werden. Außerdem sollten Obst, Gemüse und Salat vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Kita-Besuch möglich

Das Kind darf die Kindertagesstätte oder den Kindergarten weiterhin besuchen. Die Erkrankung ist zwar nicht meldepflichtig, allerdings sollten das Erzieherteam und Eltern von befreundeten Kindern Bescheid wissen. Damit können weitere Ansteckungen vermieden und auch Ansteckungsherde in der Tagesstätte aufgedeckt werden.

Geändert:  08 / 2020