„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

TIERISCHES
Dies und das


Übersicht

  • Acht Tipps, wie man seriöse Züchter und Tiervermittler erkennt
  • Wenn Flöhe die ganze Wohnung erobert haben ...


INFO:  08 / 2011

Acht Tipps, wie man seriöse
Züchter und Tiervermittler erkennt

Vorsicht vor Hunden und Katzen vom Schwarzmarkt

BAD OLDESLOE / HATTERSHEIM.  Bilder von süßen Welpen, die in unwürdigen Verhältnissen gehalten werden, oder die Schnäppchenkatze aus der Zeitung: Oft fallen Tierfreunde und Sparfüchse auf unseriöse Züchter und Tiervermittlungs-Organisationen herein. Dr. Jürgen Bartz, Tierarzt bei „Virbac Tierarzneimittel“, und die Experten der Tierschutz-Organisation „Tasso“ haben die wichtigsten Merkmale zusammengestellt, die seriöse Züchter und Organisationen auszeichnen.

1.  Ein seriöser Züchter klärt auf

Der Züchter bereitet den Käufer detailliert auf die neue Verantwortung vor. Dabei klärt er über alle Eigenheiten der Rasse auf. Denn nicht jeder ist sich der Besonderheiten mancher Rassen bewusst. Schließlich soll ein Tier später nicht aufgrund seiner rassetypischen Merkmale im Tierheim landen.

2.  Ein seriöser Züchter hinterfragt

Der Züchter wird die angehenden Tierbesitzer auf Herz und Nieren prüfen und sich nach den Lebensumständen erkundigen. Das ist nicht gegen den Käufer gerichtet, sondern dient allein dem Wohl des Tieres.

3.  Ein seriöser Züchter gibt nur geimpfte und gechippte Tiere ab

Bei der Übergabe sollte das Tier bereits geimpft und entwurmt sein. Viele Züchter geben die Tiere nur gechippt ab. Andrea Thümmel, Pressesprecherin von „Tasso“ erklärt: „Hunde und Katzen sollten mit einem Transponder (Mikrochip), der vom Tierarzt injiziert wird, versehen werden. Die darauf gespeicherte Nummer sollten Tierhalter in Verbindung mit ihrer Adresse bei ‚Tasso‘ melden. Läuft das Tier weg, kann es mit Hilfe des Chips im Tierheim oder beim Tierarzt identifiziert und zurückgebracht werden.“

4.  Ein Rassetier hat seinen Preis

Wer Hund oder Katze beim seriösen Züchter erwirbt, kann sicher sein, dass das Muttertier in Hinsicht auf Ernährung, Gesundheit und Pflege stets hervorragend versorgt wurde. Das Jungtier ist beim Verkauf bereits an den Menschen gewöhnt, geimpft und gechippt. Wenn Welpen zu Dumpingpreisen angeboten werden, sind es meist nicht-sozialisierte, kranke Tiere aus Massenzuchten.

5.  Seriöse Vermittler im Ausland haben einen deutschen Ansprechpartner

Wer über eine im Ausland ansässige Tierschutzorganisation Gefallen an einem Tier findet, sollte immer darauf achten, dass es einen Ansprechpartner in Deutschland gibt. Dieser wird, wenn möglich eine Prüfung der Lebens- und Wohnsituation des zukünftigen Tierbesitzers durchführen und die Reise des Tieres organisieren. Auch Nachprüfungen sind vorgesehen.

6.  Seriöse Organisationen vermitteln kein Tier, das jünger als acht Wochen ist

Jüngere Tiere sind noch von der Mutter abhängig. Wer einen Welpen, der jünger als acht Wochen ist, kaufen kann, sollte hellhörig werden.

7.  Seriöse Organisationen verlangen eine Schutzgebühr

Schutzvertrag und Schutzgebühr gehören zu einer seriösen Vermittlung dazu. Die Schutzgebühr liegt bei ca. 200 bis 300 Euro. Mit diesem Betrag sollen man die Kosten für das Futter, die medizinische Versorgung (Kastration, Impfungen, das Einbringen des Chips, Behandlung bei Parasitenbefall) sowie die Kosten für die Vermittlung und Reise des Tieres gedeckt werden.

8.  Welpen leben mit ihrer Familie in einem soliden und sicheren Umfeld

Das direkte Umfeld bei der Welpenpräsentation gibt Rückschlüsse auf den Zustand der Jungtiere. Beim Züchter sollte man immer die Möglichkeit haben, das Tier gemeinsam mit Mutter und Geschwistern zu sehen. Gibt es zum Beispiel unverhältnismäßig viele Welpen oder ist kein Muttertier vor Ort, ist immer Vorsicht geboten. Hierzulande steigen auch die illegalen Welpenverkäufe aus dem Kofferraum. Dies sollte umgehend gemeldet werden. Niemals sollte ein Tier unter Druck aus Mitleid gekauft werden oder wenn das Umfeld fragwürdig ist.


Über „Tasso e. V.“

Die in Hattersheim bei Frankfurt ansässige Tierschutz-Organisation „Tasso e. V.“ betreibt Europas größtes Haustier-Zentralregister. Mittlerweile vertrauen 3,1 Millionen Menschen der seit über 28 Jahren am Markt etablierten, führenden Organisation im Tierschutz. Derzeit sind 5,2 Millionen Tiere bei „Tasso“ registriert und somit im Verlustfall vor dem endgültigen Verschwinden geschützt. Durchschnittlich alle zehn Minuten vermittelt „Tasso“ ein entlaufenes Tier an seinen glücklichen Besitzer zurück.

Die Registrierung und alle anderen Leistungen von „Tasso“ wie die 24-Stunden-Notrufzentrale, Suchplakate, Notrufplakette und der Suchservice sind kostenlos. Der Verein finanziert sich rein aus Spenden großzügiger Tierfreunde. Neben der Rückvermittlung von Haustieren ist „Tasso“ im Tierschutz im In- und Ausland aktiv und sieht seinen zusätzlichen Schwerpunkt in der Aufklärung und der politischen Arbeit innerhalb des Tierschutzes.

INFO:  10 / 2012

Wenn Flöhe die ganze Wohnung erobert haben ...

Kleine Plagegeister werden zum großen Problem

BAD OLDESLOE.  Dieser Sommer war ein guter Sommer – zumindest für Flöhe. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Probleme mit Flohpopulationen nicht nur am Tier, sondern auch in der Wohnung deutlich zugenommen haben. Spätestens mit Beginn der Heizperiode vermehren sich Flöhe dann explosionsartig in der Wohnung. Matthias Hoffmann, Tierarzt bei „Virbac Tierarzneimittel“, rät zur Besonnenheit und gibt wertvolle Tipps, wie sich Flohgeplagte schnell wieder wohlfühlen können.

Stufe 1:  Flöhe am Tier – was nun?

Wird der Befall bei Hund oder Katze rechtzeitig entdeckt, reicht häufig die Behandlung des Tieres mit einem Spot on- oder Spray-Präparat. Das auf Haut und Haarkleid aufgetragene Arzneimittel tötet die vorhandenen Flöhe bei Kontakt schnell ab. Die Anwendung sollte drei- bis viermal im monatlichen Abstand wiederholt werden, um den Flohbefall sicher zu kontrollieren. Die regelmäßige vorbeugende Behandlung schützt die geliebten Haustiere und verhindert, dass die Flöhe sich im Fell überhaupt erst einnisten können.

Wird der Flohbefall aber zu spät behandelt, lauert die eigentliche Plage längst im Verborgenen. Nur fünf Prozent der Flohpopulation lebt auf dem Tier, die restlichen 95 Prozent sind als Eier, Larven und Flohpuppen bereits in der Wohnung zu finden. Jedes Flohweibchen legt am Tag bis zu 50 Eier. Mit bloßem Auge nicht sichtbar, nimmt die Anzahl an Flöhen zu.

Stufe 2:  Flöhe in der Umgebung – Zeit einzugreifen

Indizien, dass der Befall mit den winzigen Parasiten zu spät entdeckt wurde, sind der ständig neue Befall an Hund und Katze trotz Behandlung, sowie stark juckende Flohstiche beim Menschen. Nun ist der Befall in der Wohnung so groß, dass kein Weg mehr an einer konsequenten Umgebungsbehandlung vorbeiführt. Der Tierarzt empfiehlt hierfür Indorex von Virbac. Bedeutend für den Erfolg der Behandlung tötet die Wirkstoffkombination die erwachsenen blutsaugenden Flöhe und bekämpft langfristig bis zu sechs Monate die Entwicklungsstadien der neuen Flohgeneration.

Bei einem Flohbefall dieser Art ist es wichtig, die Wohnung gründlich zu behandeln. Dies geht am besten mit einer Kombination aus Spray und Vernebler (Fogger).

Wohnungsbehandlung Schritt für Schritt

Zunächst sollten die Wohnung und Sitzmöbel gründlich gesaugt werden. Durch die Vibration schlüpfen die Puppen der Flöhe. Tipp: Zwei Pumpstöße des Sprays in den Staubsaugerbeutel geben. Dann muss der Beutel nicht nach jedem Durchsaugen ausgetauscht werden. Wichtig ist auch, Nahrungsmittel und Geschirr in geschlossene Schränke zu stellen. Haustiere sollten den Raum während der Anwendung verlassen.

Im ersten Schritt werden mit dem Spray all die Stellen behandelt, die der Vernebler nicht erreichen kann, wie Sofaritzen oder enge Nischen. „Vorab sollten auch Bereiche unter Tischen oder dem Sofa besprüht werden, um einen ‚Regenschirmeffekt‘ zu vermeiden, wie er bei alleinigem Einsatz der Fogger zu erwarten ist“, erläutert Matthias Hoffmann. „Diese Stellen werden häufig vergessen.“ Das Spray kann weiterhin für die Behandlung von kleinen Räumen (z. B. Flur) genutzt werden, in denen der Einsatz eines Foggers nicht sinnvoll ist.

Der Fogger sollte zentral in dem zu behandelnden Raum aufgestellt werden, um eine möglichst gleichmäßige Wirkstoffbenetzung der freistehenden Flächen zu erzielen. Nach Aktivierung des Verneblers muss sofort der Raum verlassen werden. Türen und Fenster sollten für zwei Stunden geschlossen bleiben. Nach dieser Zeit muss mindestens eine Stunde durchgelüftet werden.

Frühestens 24 Stunden nach der Anwendung kann der Raum wie gewohnt geputzt werden (Staub wischen und saugen, feucht wischen). Dadurch wird der überschüssige Wirkstoff entfernt. Kleine, aber ausreichende Mengen des Wirkstoffs bleiben vorhanden und sorgen für eine Langzeitwirkung von bis zu sechs Monaten. Die Behandlung muss nicht zeitgleich in allen Zimmern erfolgen, sondern kann Raum für Raum durchgeführt werden.

Fakten zum Schluss

Trotz intensiver Wohnungsbehandlung sind weitere Behandlungen aller Tiere nach einem akuten Flohbefall über die nächsten Monate empfehlenswert. So wird sichergestellt, dass einzelne mögliche überlebende Flohstadien auf keinen empfänglichen Wirt treffen und sich eine erneute Flohgeneration aufbauen kann. Nach einem Flohbefall ist bei Hunden eine Entwurmung sinnvoll, da Flöhe Bandwürmer auf den Hund übertragen können.

Geändert:  05 / 2020