„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

BUCHBESPRECHUNGEN
im Jahr 1999



(Abb.: N. N.)


 Rezensionen von Martin Banger 


„Alta Moda“
von Magdalena Nabb

Carabiniere Guarnaccia's neuester Fall führt ihn in die Welt der Modemacher und der Models. Obwohl zunächst nur am Rande mit dem Fall beauftragt, deckt er eine Spur auf, die allen anderen verborgen blieb.

Magdalena Nabb gehört zu den beliebtesten Krimi-Autorinnen der 90er.

Magdalena Nabb: Alta Moda.
Diogenes, 358 Seiten, 39,90 DM.


„Amerikanisches Frühstück“
von Joe Coomer

Sie heißt Mary und ist einfach wunderbar. Um sie zu gewinnen, werden schon mal 17 rustikale Frühstücke in der Fastfood-Kette, in der sie jobbt, geordert. Oder morgens um sieben soll ein Plastikklavier auf der Kühlerhaube eines Leichenwagens für die nötige Aufmerksamkeit sorgen, denn Mary ist eigentlich Musikstudentin. Sie spielt Klavier, wie es Hart noch nie gehört hat, während er noch nicht mal den Flohwalzer kann. Dafür ist er bis über beide Ohren verliebt. Eigentlich wollten er und seine beiden Freunde nur zwei Dinge: Eine Uni weit weg von zu Hause und ihre Jungfräulichkeit verlieren. Aber mit der großen Liebe hat keiner gerechnet ...

Joe Coomer: Amerikanisches FrĂĽhstĂĽck.
Fretz & Wasmuth, 223 Seiten, 34,90 DM.


„Black Betty“
von Walter Mosley

Ein zunächst harmloser Auftrag entpuppt sich für Easy Rawlins als komplizierte Verwicklungs-Taktik. Eine ganze Reihe von Morden bringt immer mehr Verdächtige ins Spiel und bis zuletzt ist nicht klar, wer alles wie an der Sache mitbeteiligt ist.

Einer der wohl besten Mosley-Krimis ...

Walter Mosley: Black Betty.
Goldmann, 351 Seiten, 16,90 DM.


„Darwin's Irrtum“
von Hans-Joachim Zillner

Im Bereich der Geologie als auch der Biologie gibt es eine Fülle von Funden, die sich mit den etablierten Theorien von der Entstehung des Lebens nicht erklären lassen. Hans-Joachim Zillner stellt sein Konzept der Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten vor, das auf jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema und seiner Teilnahme an Ausgrabungen im Texas beruht. Dort, aber auch in anderen Teilen der Welt, werden immer wieder versteinerte Fußspuren von Menschen neben denen von Sauriern gefunden. Laut Evolutions-Theorie liegt das Auftreten von Sauriern und Menschen Hunderte von Millionen Jahren auseinander. Anhand von Ausgrabungsfunden, geologischen Theorien und Aufzeichnungen vergangener Kulturen kommt Zillner zu dem Schluss: Es hat keine Evolution stattgefunden. Sie ist nur ein Gedankenmodell und wurde frei erfunden. Zillner's eigenes Konzept basiert hauptsächlich auf der Theorie der Verschiebung der Erdachse, die heute von vielen Wissenschaftlern vertreten wird. Als die Erdachse durch einen Meteoriten-Einschlag um ca. 20 Grad verschoben wurde, setzte eine Eiszeit ein und es entstand in relativ kurzer Zeit eine globale Sintflut. Zu diesem Zeitpunkt entstanden auch die Versteinerungen, die heute als Zeugen vergangener Zeiten dienen – so Zillner's Thesen.

Die AusfĂĽhrungen des Autors sind spannend zu lesen, das Buch liefert eine FĂĽlle von Fakten, die in der etablierten Wissenschaft ungern diskutiert werden und bringt den Leser auf den aktuellen Forschungsstand.

Hans-Joachlm Zillner: Darwin's Irrtum.
Langen-MĂĽller, 303 Seiten, 39,80 DM.


„Das Darwin-Komplott“
von Reinhard Eichelbeck

Als Charles Darwin im 19. Jahrhundert seine Theorie der Entwicklung des Lebens entwarf, war die Zeit reif für ein wissenschaftliches Evolutionsmodell als Ausgleich für den Schöpfungsmythos der Bibel. Aber so wie damals die kirchlichen Dogmen die Vorstellung einer Evolution behinderten, so blockieren heute die Glaubenssätze des Neo-Darwinismus den ökologischen Bewusstseinswandel.

Reinhard Eichelbeck entlarvt in seinem Buch den Darwinismus nicht nur als weiteren Schöpfungsmythos, der je der wissenschaftlichen Grundlage entbehrt und dessen Grundannahmen niemals bewiesen wurden. Er zeigt vor allem auf, wie das Festhalten an den Vorstellungen Darwins zu einer falschen Einschätzung der Natur verleitet. Darwin's Weltbild unterstützte die Ideologie der Nationalsozialisten genauso folgerichtig wie die ausbeuterische Haltung gegenüber der Natur. Doch in der Natur herrscht nicht das Gesetz des Stärkeren, sondern, wo immer man hinsieht, kooperatives Miteinander. Reinhard Eichelbeck führt den Leser auf unterhaltsame und spannende Weise in die Diskussion um die Entstehung der Arten, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

Reinhard Eichelbeck: Das Darwin-Komplott.
Riemann Verlag, 379 Seiten, 36,00 DM.


„Das Nostradamus-Testament“
von Ray Nolan

Nolan analysiert die wichtigsten Nostradamus-Interpreten und zeigt, wo sie sich einig sind und wo sie sich widersprechen. Welche Voraussagen sind eingetroffen und wo haben sich alle geirrt? Ein informativer Ăśberblick ĂĽber die Nostradamus-Forschung mit einer eigenen Version des in der Szene heftig umstrittenen DeutungsschlĂĽssels.

Ray Nolan: Das Nostradamus-Testament.
Heyne, 314 Seiten, 14,90 DM.


„Das Seifenopern-Quartett“
von Tonino Benaquista

Drei Männer und eine Frau, gebeutelt vom Leben und beruflich am Ende, sind in einem Zimmer zusammen gepfercht und schreiben eine Fernsehserie. Die einzige Bedingung des französischn Senders: so billig und so schnell wie möglich! Denn die Seifenoper, ausgestrahlt in den frühesten Morgenstunden, wird sowieso keiner sehen. Es geht dem Sender nur um die. Anhebung des nationalen Filmanteils – in Frankreich gibt es dafür Mindestquoten. Also schreibt das Quartett los, ohne Rücksicht auf mögliche Zuschauer. Es schreibt die Wahrheit, auch die des eigenen Lebens, tragisch, komisch und voller Fantasie. Doch dann kommt die erste Fan-Post von den Insassen eines Altersheims in der tiefsten Provinz und anderen Schlaflosen. Die Serie droht zum Kultfilm zu werden – und damit beginnen die Probleme für Louis, den Cinecitta-Veteranen, Jerome, den um einen Hollywood-Erfolg Betrogenen, Marco den unglücklich Verliebten und Mathilde, die Akkord-Arbeiterin des Liebesromans.

Tonino Henaquista: Das Seifenopern-Quartett.
LĂĽbbe, 429 Seiten, 38,00 DM.


„Das Siegel des Nostradamus“
von Manfred Dimde

Der bekannteste und einer der seriösesten Nostradamus-Forscher interpretiert Details der Weissagungen vom Jahr 2000 bis zum angeblichen Weltunterga ng. Dimde zeigt, nach welchem Schlüssel er die Nostradamus-Texte deutet und hat erstmals die authentische Texttafel des Sehers rekonstruiert. Seine Ausführungen sind spannend zu lesen.

Manfred Dimde: Das Siegel des Nostradamus.
Droemer, 415 Seiten, 39,90 DM.


„Das Tibetische Edelstein-Orakel“
von Dawn Silver und Pat Gullett

Dawn Silver ist Expertin für Edelstein-Heilkunde und Kennerin der östlichen Weisheitslehren. In ihrem ästhetisch gestalteten Orakelspiel verbindet sie die Welt der Edelsteine und Kristalle mit dem Wissen Indiens und Tibets. Die Orakel-Karten können als Spiel benutzt werden, um einen Stein und dessen Botschaft an den Fragesteller herauszufinden. Darüber hinaus zeigt die Autorin die heilenden Qualitäten der Steine in Verbindung zum Chakra-System und dem Heilwissen der indischen Yogis und tibetischen Lamas auf.

Ein inspirierendes Spiel und tiefsinniges Nachschlagewerk ...

Dawn Silver / Pat Gullett: Das Tibetische Edelstein-Orakel.
Aquamarin Verlag, 180 Seiten, Spiel mit 48 Karten, 44,00 DM.


„Das verborgene Wissen der Magier“
von Christian Jacq

In der offiziellen Forschung wird allenfalls am Rande auf die magischen Praktiken im alten Ägypten eingegangen. Dabei spielte die Magie im Weltbild der Ägypter eine zentrale Rolle und führte zu einem Kult, der zum Teil heute noch lebendig ist. Der Autor eröffnet einen faszinierenden Einblick in Magie und Mythologie des alten Ägyptens.

Christian Jacq: Das verborgene Wissen der Magier.
Knaur, 270 Seiten, 16,90 DM.


„Das verlorene Atlantis“
von Martina Freksa

Vor 2.360 Jahren schrieb der griechische Philosoph Platon auf 20 Papyrusseiten die Geschichte eines Stadtstaats, der seitdem die Fantasie der Welt beflügelt. Atlantis hieß, so der antike Autor, eine seefahrende Supermacht, die „an einem einzigen schlimmen Tag“ versank. Seit fast 5.000 Jahren wird nach Atlantis vergeblich geforscht. Martin Freksa hat die zahlreichen Hypothe sen, historischen Hinweise und die Berichte der großen Mythen der Welt ausgewertet und beschreibt die Kultur von Atlantis und ihre Wirkung auf andere Hochkulturen. Sowohl die Völker östlich des untergegangenen Inselreiches als auch die im Westen hatten offenbar Kontakt. Freksa bietet nicht nur überzeugende Beweise für die Existenz einer Kultur, die sich auf einer erstaunlich hohen Entwicklungsstufe befunden haben muss, sondern auch eine Erklärung für ihren plötzlichen Untergang. Freksa bietet die wohl umfassendste Übersicht über den aktuellen Stand der ernstzunehmenden Atlantis-Forschung.

Martin Freksa: Das verlorene Atlantis.
Zweitausendeins, 274 Seiten, 25,00 DM.


„Das vierte Opfer“
von HĂĄkan Nesser

Drei Männer wurden auf grausame Weise ums Leben gebracht. Alle waren neu in der Stadt, aber so unterschiedlich, wie man sie sich nur denken kann. Ein ehemaliger Knastbruder, ein angesehener Immobilienhändler und ein junger Arzt, Sohn eines der prominentesten Bürger der Stadt. Wie ein Sommergewitter sind die Morde in den beschaulichen Küstenort Kaalbringen eingebrochen und haben Gäste wie Einwohner verschreckt. Straßen und Cafés sind wie ausgestorben. Gerüchte machen die Runde und die örtliche Polizei gerät unter Druck. Der erfahrene Kommissar Van Veeteren, der zufällig gerade Urlaub in der Nähe macht, wird um Mitarbeit gebeten. Van Veeteren glaubt, dass es keinen weiteren Mord mehr geben wird, da der Täter seine Tatwaffe – eine Axt beim letzten Mal zurückgelassen hat. Doch als eine Kollegin des Kommissars, kurz nachdem sie eine brisante Entdeckung gemacht hat, verschwindet, rechnen alle mit dem vierten Opfer.

HĂĄkan Nesser: Das vierte Opfer.
BTB, 287 Seiten, 36,90 DM.


„Der biologische Urknall“
von Hans Melderis

Hans Melderis beschreibt Ursprung und Evolution des Lebens auf der Erde und geht der Frage nach, ob das Leben ein einmaliges Ereignis im Universum ist. Die Geschichte des Lebens wird über das Phänomen der Bewegung mit der Geschichte des Universums verbunden. Die Eroberung durch den Biokosmos aus allerkleinsten Anfängen wird mit dem astrophysikalischen Urknall, der Entstehung aus allerkleinsten Anfangen, verglichen. Der Beschreibung der makroskopischen und mikroskopischen Strukturen des Universums, in die der Mensch eingebettet und aus denen er aufgebaut ist, lässt Melderis die Beschreibung von Ursprung und Entwicklung biologischer Strukturen folgen, um mit einem Blick ins Innere lebendiger Strukturen abzuschließen. Indem der Autor die biologischen Erscheinungen in die kosmologische Welt einbindet, schlägt er eine Brücke von den irdischen Erscheinungen zu den himmlischen Phänomenen, von den Naturwissenschaften zu den Geisteswissenschaften.

Hans Melderis: Der biologische Urknall.
Europäische Verlagsanstalt, 288 Seiten, 42,00 DM.


„Der dreifache Urknall“
von Philip M. Dauber und Richard A. Muller

Auf der Suche nach dem physikalischen Ursprung des Lebens stößt man auf drei entscheidende Ereignisse. Das erste ist als „Big Bang“ bekannt, der Urknall vor ca. 15 Milliarden Jahren, in dem das Universum als Ganzes entstanden sein soll. Der zweite bedeutsame Knall findet sich im Universum immer wieder in der Explosion von Sternen, den sogenannten Supernovae. In diesen kosmischen Katastrophen entstehen die chemischen Elemente, aus der die Welt und wir selbst bestehen. Den dritten Big Bang schließlich stellen die Einschläge von Kometen dar. Der letzte Kometen-Supergau, der die Erde betraf, ereignete sich vor ca. 65 Millionen Jahren. Zwar wurden dadurch die Dinosaurier ausgerottet, andererseits wurde damit auch der Weg frei gemacht für die Verbreitung der Säugetiere. In ihrem umfassenden Überblick zeigen die Autoren, dass scheinbare Zerstörung und Chaos im Universum letztendlich nur einen Sinn haben: die Voraussetzung für Leben und Höherentwicklung zu schaffen.

Philip M. Dauber / Richard A. Muller: Der dreifache Urknall.
Scherz, 255 Seiten, 44,90 DM.


„Der Fledermausmann“
von Jo Nesbø

Spannender Krimi um einen Osloer Polizisten, der in Sydney den Mord an einer jungen Norwegerin aufklären soll. Der Autor verbindet die Handlung sehr informativ mit der Situation der heutigen Aborigines und der Schwulen-Szene Sydneys.

Jo Nesbø: Der Fledermausmann.
Ullstein, 414 Seiten, 16,90 DM.


„Der Kammerjäger“
von Bill Fitzhugh

Kammerjäger Bob Dillon will sich mit seiner vollbiologischen Methode auf dem Markt der Schädligsbekämpfer behaupten. Seine erste Anzeigen-Kampagne zieht tatsächlich zahlungskräfte und sehr interessierte Kunden an. Leider gibt es ein Missverständnis über die Gattung der betreffenden Schädlinge.

Turbulente Killer-Komödie ...

Bill Filzhugh: Der Kammerjäger.
Scherz, 319 Seiten, 39,90 DM.


„Der Mann, der die Zahlen liebte“
von Paul Hoffman

Paul Erdös, der 1996 im Alter von 83 Jahren starb, hat über mehr mathematische Probleme nachgedacht als irgendein Wissenschaftler vor ihm. Diese faszinierende Biographie zeichnet ein lebendiges Bild des genialen Denkers und führt den Leser auf unterhaltsame Weise in die Wunder der Mathematik von Archimedes bis Fermat.

Paul Hoffman: Der Mann, der die Zahlen liebte.
Ullstein, 357 Seiten, 39,90 DM.


„Der Verkäufer“
von Joseph O'Connor

Eine Tankstelle ist überfallen, die Kassiererin – ein junges Mädchen – brutal zusammengeschlagen worden. Sie fällt in ein Koma, und niemand kann sagen, ob sie je wieder daraus erwachen wird. Ihr Name ist Maeve und sie ist die jüngste Tochter des Verkäufers Billy Sweeney. Der am Boden zerstörte Vater muss während der Gerichtsverhandlung erleben, wie der Haupttäter der Haft und damit seiner Strafe entfliehen kann. Und so macht sich Billy auf die Suche nach dem Flüchtigen, um seine Tochter zu rächen. Die Geschichte seiner Rache schreibt er für Maeve nieder, denn er weiß, dass er den Tag vielleicht nicht mehr erleben wird, an dem sie erwacht. Dennoch „darf ein Verkäufer die Hoffnung nie aufgeben. Das ist kein Leben für einen Pessimisten“.

Joseph O'Connor: Der Verkäufer.
Ammann, 418 Seiten, 44,00 DM.


„Die Ameise als Tramp“
von Bernhard Kegel

Expansion ist ein Merkmal des Lebens. Überall und zu jeder Zeit versuchen sich Pflanzen und Tiere über die Grenzen ihrer bisherigen Existenz hinauszutasten. Lange Zeit gab es Hindernisse, die sich auch der ausgeprägtesten Reiselust widersetzten. Für einen Plank tonkrebs der Karibik war es unmöglich, aus eigener Kraft in den tropischen Pazifik zu gelangen. Gebirge, Ozeane, Kontinente bildeten ursprünglich natürliche Grenzen. Mit dem Erscheinen des modernen Menschen hat sich die Situation grundlegend geändert. Ein immer dichter werdendes Netz von Verkehrswegen, Kanälen, Straßen, Brücken und Tunnels verbindet, was über Jahrmillionen getrennt war. Schiffe und Flugzeuge transportieren unermessliche Warenmengen von einem Kontinent zum anderen – und die Natur reist mit. Welche Folgen dies für uns und unsere Umwelt hat, wenn auf einmal Piranhas in Frankreichs Flüssen schwimmen oder der Australische Eukalyptus-Baum sich immer weiter über die Erde verbreitet, erzählt der Biologe Bernhard Kegel in seinem neuen Buch.

Bernhard Kegel: Die Ameise als Tramp.
Amman Verlag, 416 Seiten, 39,80 DM.


„Die Biographie der Erde“
von David Oldroyd

Die Geschichte der Theorien über Herkunft und Beschaffenheit unserer Erde ist zugleich eine Geschichte der philosophischen, theologischen und mythologischen Systeme. Die Naturforscher der Antike erkannten in den geologischen Vorgängen, die sie beobachteten, zyklische Prozesse. Für sie war die Erde ein vollkommenes, in sich geschlossenes und sich stets erneuerndes System. Zurzeit werden die Theorien des englischen Wissenschaftlers James Lovelock am intensivsten diskutiert. Lovelock, dessen Thesen durch zahlreiche wissenschaftliche Befunde untermauert werden, kommt zu dem Schluss, daß die Erde ein lebender Organismus sei, der entstandene Schäden auszubessern und zu erneuern versucht. Das bedeutet allerdings auch, dass sie getötet werden kann. David Oldroyd zeigt, wie sich die Theorien über die Entstehung und Veränderung der Erde im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben.

Eine spannende Einführung in die Geologie und die verschiedenen Erklärungsmodelle ...

David Oldroyd: Die Biographie der Erde.
Zweirausendeins, 519 Seiten, 39,00 DM.


„Die Form des Wassers“
von Andrea Camilleri

Zwei junge Müllmänner entdecken einen Toten auf dem Beifahrersitz eines abgestellten Wagens. Sie erkennen in ihm den Ingenieur Luparello, den Drahtzieher der Konservativen in dieser Region Siziliens. Ihr erster Anruf gilt nicht der Polizei, sondern dem als Freund des Verstorbenen bekannten Anwalts Rizzo. Der jedoch reagiert eher geschäftsmäßig kühl auf die Nachricht und fordert die Anrufer unmissverständlich auf, die Carabinieri zu verständigen. Als Commissario Montalbano am Fundort auftaucht, verschweigt Saro, dass er ganz in der Nähe der Leiche ein auffälliges Diamanten-Kollier gefunden hat. Der junge Müllmann hofft, mit dem Erlös die ärztliche Behandlung seines kleinen Sohnes bezahlen zu können. Zunächst scheint Herzversagen die ganz offensichtliche Todesursache zu sein, doch der Commissario erbittet sich zwei Tage Zeit, um einigen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Ableben des Ingenieurs auf den Grund zu gehen.

Camilleri's Krimis um Commissario Montalbano, der das Leben liebt und den die Frauen lieben, stehen in Italien seit zwei Jahren durchgehend auf den Bestseller-Listen.

Andrea Camilleri: Die Form des Wassers.
LĂĽbbe, 247 Seiten, 32,00 DM.


„Die Mertens-Puppe“
von Martin Keune

Eine Radfahrerin ist einzige Zeugin eines tödlichen Verkehrsunfalls in Berlin. Da die Beweislage schwierig ist, sind der Polizei die Hände gebunden. Die Zeugin greift zu immer unkonventionelleren Mitteln der Selbstjustiz. Eso-Emanze gegen Hardcore-Yuppie: Erst im turbolenten Showdown zeigt sich, wer in diesem ungleichen Kampf den kürzeren ziehen wird.

Martin Keune: Die Mertens-Puppe.
DTV, 155 Seiten, 16,90 DM.


„Die neuen Leiden der jungen Wörter“
von Klaus Nissen und Martin Reuter

In diesem Lexikon der irre populären Rechtschreibreform bekommen alte Wörter einen völlig neuen Unsinn. Dies geschieht hier mittels Buchstaben und Satzzeichen, die alle schwarz hervorgehoben sind. Und das ganze ist interaktiv, wie die Autoren versichern: Wer eine Seite nicht mehr lesen möchte, blättert einfach zur nächsten um.

  • Leseprobe:
    „Senil (eingerr. Wz., lat.), Waschmittel f. d. ältere Generation“.

Klaus Nissen / Martin Reuter: Die neuen Leiden der jungen Wörter.
Knaur, 169 Seiten, 10,00 DM.


„Die wundersame Verwandlung des Bakar Diop“
von Aminata Sow Fall

Humorvoll und ironisch karikiert die senegalesische Autorin den Geldadel Dakars, seine Macht und seine Schwächen. Dieser hat sich längst von den traditionellen Werten verabschiedet und huldigt nur noch dem Schein. Doch wer zuerst lacht, hat das Nachsehen. Arroganz zahlt sich nicht aus. Das vermeintliche Opfer Bakar Diop nimmt triumphale Rache ...

Aminata Sow Fall, im Senegal geboren, studierte Literaturwissenschaften in Paris, war Direktorin eines staatlichen Instituts zur Erforschung der Literatur und Kultur Senegals und Herausgeberin einer Kulturzeitschrift. Von ihren fünf bisher veröffentlichten Romanen ist dies der dritte, der auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Aminata Sow Fall: Die wundersame Verwandlung des Bakar Diop.
Lamuv, 143 Seiten, 17,80 DM.


„Erwachen aus dem Alptraum“
von Monireh Baradaran

Neun Jahre lebte Monireh Baradaran in den berüchtigten Gefängnissen von Teheran. Unter der Diktatur des Schahs wurde sie ein erstes Mal verhaftet, durch die neugegründete Islamische Republik das zweite Mal. Ihr Bericht geht an die Grenze dessen, was Menschen ertragen können. Von ihren Mitgefangenen zeichnet sie einfühlsame Porträts und geht dem Rätsel nach, wie Menschen sich verändern, Freunde zu Feinden, Helden zu Verrätern werden. Tiefste menschliche Gefühle und unmenschliche Grausamkeit prallen hier aufeinander. Noch in den brutalsten Augenblicken der Haft bleiben ihre Schilderungen voller Mitgefühl und Klarheit. Nach ihrer Freilassung durchlief sie einen schmerzhaften Prozess des Aufarbeitens ihrer Erfahrungen. Erst vier Jahren später war sie in der Lage, ihre Erlebnisse in Worte zu fassen.

Monireh Baradaran: Erwachen aus dem Alptraum.
Unionsverlag, 335 Seiten, 36,00 DM.


„Falsche Fährten“
von Paul Thomas

Eine Serie sehr ungewöhnlicher Morde mit noch ungewöhnlicheren Bekennerschreiben versetzt die Medien-Szene Aucklands in Angst und Schrecken. Der Autor von „Schmutzige Wäsche“ glänzt mit witzigem Schreibstil, einem raffiniertem Coup und sehr eigenen Charakteren. Einige Figuren aus seinem ersten Roman tauchen auch hier wieder auf.

Paul Thomas: Falsche Fährten.
Goldmann, 319 Seiten, 22,00 DM.


„Feng Shui für Einsteiger“
von Ronald Faber

Der Industrie-Designer und Feng Shui-Berater zeigt, wie sich die Prinzipien des uralten chinesischen Energie-Systems im täglichen Leben und in der Wohnraum-Gestaltung anwenden lassen, Ein Schnellkurs für Leute, die die erlernten Grundlagen mit einfachen Mitteln sofort in die Praxis umsetzen wollen.


Ronald Faber: Feng Shui fĂĽr Einsteiger.
Iris Verlag, 88 Seiten, 14,80 DM.


„Fortuna's Tochter“
von Isabel Allende

Schon als Kind ist Eliza Sommers am liebsten aus der Erwachsenenwelt der englischen Kolonie in Valparaiso in die Küchen- und Geheimniswelt ihrer Vertrauten Mama Fresia geschlüpft. Später wird sie an Leib und Seele erfahren, was es heißt, in zwei Welten zu Hause zu sein, und gerade daraus wird sie ihre besondere Kraft beziehen. Als junge Frau verliebt sie sich Hals über Kopf in Joaquin Andieta, einen jungen Mann, der ganz und gar nicht gesellschaftsfähig ist. Da kommen aus Kalifornien Nachrichten von unerhörten Goldfunden, Joaquin will dort sein Glück machen, und Eliza bricht kurz darauf aus ihrer wohlbehüteten welt aus und folgt heimlich ihrem Geliebten, dessen Spur sich verloren hat. Eine abenteuerliche Odyssee beginnt, die sie unter anderem als Klavierspielerin in ein Wanderbordell bringt.

Isabel Allende: Fortuna's Tochter.
Suhrkamp, 482 Seiten, 49,80 DM.


„Fülle und Nichts“
von David Steindl-Rast

David Steindl-Rast beschäftigte sich intensiv mit den mystischen Traditionen des Christentums und machte lange Zeit persönliche Erfahrungen mit dem Zen-Buddhismus. In Deutschl and bekannt geworden ist der Benediktinermönch vor allem durch den zusammen mit dem Naturwissenschaftler Fritjof Capra herausgegebenen Band „Wendezeit im Christentum“. Inzwischen gehört Steindl-Rast zu den bekanntesten Mystikern des Westens. „Dieses Buch handelt vom Leben in Fülle“, so der Autor, dem es darum geht, den Leser zu ermutigen, das eigene Herz zu öffnen und das Geschenk des Lebens in Dankbarkeit anzunehmen. „Wir sind alle Mystiker“, sagt der Autor, „wir sind fähig zu Erfahrungen der Kommunion mit der letzten Wahrheit.“ Steindl-Rast's Sprache ist einfach, direkt und doch tiefgründig. Er benutzt einfache Vergleiche und erzählt von seinen Erlebnissen, um immer wieder auf den gleichen Punkt hinzuweisen: Die religiöse Erfahrung entspringt dem eigenen Herzen und lässt sich nicht durch irgendwelche Regeln erzwingen.

David Steindl-Rast: FĂĽlle und Nichts.
Herder, 191 Seiten, 18,80 DM.


„Goethe und die Naturwissenschaften“
von Margrit Muschg

Deutschlands großer Dichter Johann Wolfgang von Goethe war ein begeisterter und versierter Kenner der Naturwissenschaften. Er begab sich auf die Suche nach den Anfängen des Lebens, entdeckte wie durch Zufall den Zwischenkieferknochen beim Menschen, arbeitete intensiv an einer Metamorphosen- und Farbenlehre und entwickelte eine ganz eigene Theorie der Erdentwicklung auf der Basis seiner Betrachtungen der Meteorologie und Astronomie. Goethe war zeitlebens anerkannter Teilnehmer an den wissenschaftlichen Projekten seiner Zeit. In diesem Buch werden, reich illustriert mit farbigen Abbildungen, alle Themen der Goethe'schen Forschung vorgestellt. Die Naturwissenschaften gehörten für Goethe zwar zu den unverzichtbaren kulturellen Leistungen der Menschheit. Doch er hat dem grenzenlosen Forscherdrang die Forderung nach Selbstbeschränkung und einer Haltung, die ihre Objekte mit Respekt behandelt, entgegengestellt.

Sein AnstoĂź zum Nachdenken ĂĽber eine Entwicklung, die seither immer rasanter geworden ist, erscheint heute aktuell er denn je.

Margrit Muschg: Goethe und die Naturwissenschaften.
Insel Verlag, 215 Seiten, 19,80 DM.


„Grameen – Eine Bank für die Armen der Welt“
von Muhammad Yunus

Dies ist die Autobiographie des Gründers der inzwischen weltberühmten „Grameen Bank“. Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor in Bangladesh, hatte die revolutionäre Idee, mit Kleinstkrediten, die sich meist über nicht mehr als 25 Dollar belaufen, den Ärmsten der Armen zu helfen. Dafür verlangt er keine andere Sicherheit als deren Ehre. Auf eigenes Risiko machte er sich mit einer Handvoll Gleichgesinnter 1976 ans Werk. Inzwischen hat die „Grameen Bank“ 2,6 Milliarden Dollar$ an Kleinstkrediten vergeben, fast ausschließlich an Frauen. Davon hat sich ein Drittel mit handwerklichen und landwirt schaftlichen Kleinbetrieben eine eigene Existenz aufbauen können. Yunus' spannende Biographie belegt, dass die Entwicklungshilfe der Industrie-Nationen die Reichen reicher und die Armen ärmer macht. Sein Konzept hilft den Armen direkt und ist sogar noch ein lukratives Geschäft, da die Kredite mit Zinsen zurückgezahlt werden.

Muhammad Yunus: Grameen – Eine Bank für die Armen der Welt.
LĂĽbbe, 352 Seiten, 42,00 DM.


„Gute Ehen“
von Judith S. Wallerstein und Sandra Blakeslee

Über glückliche Ehen ist so gut wie nichts bekannt. Die Autorinnen haben deshalb beschlossen, langjährige und gut funktionierende Ehen unter die Lupe zu nehmen. 50 Paare aus verschiedenen sozialen Schichten und Alter sgrupp en wurden über mehr als zwei Jahre hinweg begleitet, in der Hoffnung, dem Geheimnis der funktonierenden Ehe auf die Spur zu kommen. Die Autorinnen interviewten die beteiligten Paare zu ihrer Sexualität, zum Umgang mit Krisen und zu den verschiedenen Phasen ihrer Ehe. Das Ergebnis der Untersuchungen: In jeder Partnerschaft gibt es neun notwendige Aufgaben, die das Paar gemeinsam lösen muss, zum Beispiel die richtige Balance zwischen Wir und Ich zu finden und Raum für Auseinandersetzungen, aber auch für gemeinsames Lachen zu schaffen. Judith S. Wallerstein und Sandra Blakeslee wollen anhand ihrer Untersuchungen aufzeigen, was den Kern einer guten Ehe ausmacht. Auch wenn sie die neun Aufgaben einer Beziehung klar herausstellen, betrachten sie ihr Buch nach eigenen Aussag en nicht als Ratgeber, sondern als Pilot-Studie.

Judith S. Wallerstein und Sandra Blakeslee: Gute Ehen.
DTV, 331 Seiten, 16,90 DM.


„Himmelsgöttin“
von Christopher Moore

Ein verlockendes Stellenangebot auf einer traumhaften SĂĽdsee-Insel entpuppt sich fĂĽr den arbeitslosen Piloten Truck als Horror-Abenteuer. Unter den Eingeborenen gibt es noch Kannibalen und seine blonde Auftragge berin beutet die Insulaner aus. Zusammen mit einem verrĂĽckten Transvestiten und einer Fledermaus plant Truck die Rettung der Insel.

Christopher Moore: Himmelsgöttin.
Goldmann, 447 Seiten, 14,90 DM.


„Jetzt mache ich uns glücklich“
von Susan Page

Susan Page, ausgebildet in Bioenergetik und Gestalttherapie, leitet seit 25 Jahren Beziehungs-Seminare und berät Paare und Singles. Anlass für dieses Buch war die immer wieder an sie gestellte Frage, wie man eine Beziehung verändem kann, wenn der Partner nicht dabei mitmacht. Entgegen der allgemeinen Vorstellung, dass beide Partner sich beteiligen müssen, damit Beziehungsarbeit erfolgreich sein kann, geht Page davon aus, dass es völlig ausreicht, allein etwas für die Beziehung zu tun, ohne darauf zu warten, dass der andere mitmacht. Die in diesem Buch vorgestellten Methoden eignen sich für Personen in den verschiedensten Beziehungen. Selbst die glücklichsten und beständigsten Paare sind immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert und hegen zumindest einige unerfüllte Wünsche. Es gibt wohl kein Paar, das nicht gern bestimmte ärgerliche Kleinigkeit en in seiner Beziehung verändern möchte. Die Autorin berichtet aus ihren Erfahrungen und zeigt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn einer der Partner aktiv wird: sein verändertes Verhalten beeinflusst automatisch auch das des anderen. Anhand von Diskussions-, Kommunikations- und Zuhör-Übungen ermuntert sie den Leser, die Verantwortung für die Beziehung in die eigene Hand zu nehmen. Dabei geht es ihr nicht um das Erlangen von Kontrolle über die Partnerschaft, sondern um das Überwinden von Kränkungen und das Verändern eigener Beziehungsmuster.

Susan Page: Jetzt mache ich uns glĂĽcklich.
KrĂĽger, 421 Seiten, 32,00 DM.


„Kelwitt's Stern“
von Andreas Eschbach

Auf dem Planeten Jombuur ist es üblich, jedem Neugeborenen einen Stern zu schenken. Eines Tages wird auch unsere Erde verschenkt – an den jungen und etwas leichtsinnigen Kelwitt. Kurz vor Silvester 1999 entdeckt Kelwitt, dass die Erde bewohnt ist, und beschließt, sie sich genauer anzusehen.

Ein modernes Märchen für Erwachsene zur Jahrtausendwende – witzig, intelligent und anrührend ...

Andreas Eschbach: Kelwitt's Stern.
Schneekluth, 383 Seiten, 36,90 DM.


„Kilroy, Kilroy“
von Ib Michael

Eine junge Frau reist von China nach Tibet. Auf den Hochplateau von Lhasa beobachtet sie das makabre Ritual eines Himmelsbegräbnisses. Dort begegnet sie Kilroy – einem Mann, der schon ein halbes Leben auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist. 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wird ein amerikanischer Flieger schwerverletzt aus dem Pazifik geborgen. Er hat sein Gedächtnis verloren, ist ein Mann ohne Namen und Erinnerung. Die verzweifelte Suche nach seiner Identität führt ihn um den ganzen Erdball. Nur eines weiß Kilroy mit Gewissheit: Er kann fliegen. Wenn man ihn in ein Cockpit setzt, erhebt er sich in die Lüfte. Wer ist der Mann, dessen Name einst als Graffiti auf jeder Wand stand?

Dem dänischen Autoren Ib Michael ist ein Roman voll Spannung, Tragik und Poesie gelungen.

Ib Michael: Kilroy, Kilroy.
DTV, 357 Seiten, 28,00 DM.


„Krischna, Rikscha, Internet“
von Martin Fritz und Martin Kämpchen

Indiens Weg in die Moderne

Indien hat viele Facetten: das Land der Philosophen und Heiligen, das uralte Kulturland, das Entwicklungsland, das neue „Silicon Valley“. Die beiden Indien-Kenner, die seit vielen Jahren in Indien leben, beschreiben den Aufbruch ins 21. Jahrhundert. In ihrer Zusammenstellung der verschiedenen Aspekte gelingt es ihnen, ein komplexes Bild der indischen Wirklichkeit zu zeichnen. Lebendige Porträts berühmter oder in anderer Weise charakteristischer Persönlichkeiten ergänzen die Kapitel über Kultur und Religion, Politik und Wirtschaft, Stadt und Land, Tradition und Moderne.

Martin Fritz / Martin Kämpchen: Krischna, Rikscha, Internet.
Beck, 239 Seiten, 24,00 DM.


„Kultur und Alltag in der frühen Neuzeit“
von Richard van DĂĽlmen




Richard von Dülmen hat in seinem dreibändigen Werk eine umfassende Kulturgeschichte über die Lebensformen und den Alltag der Menschen in den Jahrhunderten zwischen dem Ausgang des Mittelalters und dem Beginn der Industrialisierung vorgelegt.

Band 1 („Das Haus und seine Menschen“) berichtet vom Leben der Menschen in ihrer häuslichen Umwelt, auf dem Land wie in der Stadt, von Geburt und Kindheit, Liebe und Ehe, Alter und Tod.

Band 2 („Dorf und Stadt“) erzählt von den Bauern, Kaufleuten und Handwerkern, von den Festbräuchen der Menschen. öffentliches Leben und staatliche Macht werden anschaulich und lebendig vorgestellt.

Band 3 („Religion, Magie, Aufklärung“) zeigt vor allem, wie die großen Wandlungs-Prozesse der Jahrhunderte zwischen Reformation und Aufklärung auf die menschlichen Lebensverhältnisse gewirkt haben.

Wer sowohl ein umfassendes Verständnis als auch ein Gefühl für die Neuzeit sucht, wird es hier finden.

Richard van DĂĽlmen: Kultur und Alltag in der frĂĽhen Neuzeit.
Verlag C. H. Beck, je Band 32,00 DM.

Band 1:  Das Haus und seine Menschen, 316 Seiten;
Band 2:  Dorf und Stadt, 373 Seiten;
Band 3:  Religion, Magie, Aufklärung, 343 Seiten.


„Künstler im Café“
von Danielo Renalo

Die Künstler-Cafés des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Frankreich und dann auch im restlichen Europa prägen eine ganze Kultur-Epoche. Im Café entwickelte sich die Kunst eines Picasso, eines Chagall und eines Modigliani. In den Cafés spiegeln sich die architektonischen Stil-Elemente ihrer Epochen. Manch eine Revolu tion wäre ohne Kaffee vielleicht niemals möglich gewesen, sicher aber nicht ohne die Lokale, in denen er gereicht wurde. Unsere modernere Geschichte scheint eng mit dem Kaffee und den Cafés verbunden zu sein - eine wechselhafte Geschichte, die in diesem Buch nachgezeichnet wird. Über weltberühmte Cafés wie das „Café Florian“ in Venedig spannt sich der Bogen zu namhaften Lokalitäten in Frankreich und England bis zu den renommierten Wiener Kaffeehäusern. Menschen, die Geschichte schrieben, sei es in der Literatur, der Kunst, der Musik, Philosophie oder Politik und ihre Lieblingsplätze werden vorgestellt.

Danielo Renato: Künstler im Café.
Ars Edition, 175 Seiten, 68,00 DM.


„Mars sucht Venus“
von John Gray

Zum Thema Beziehungen hat John Gray viel geschrieben: Seine Bücher erreichten Millionen-Auflagen und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Jetzt widmet sich der Therapeut den Singles. Denen will Gray Anleitungen geben, um einen Weg durch den modernen Beziehungsdschungel zu finden. Fast jeder sehnt sich schließlich nach einem persönlichen Seelengeährten, aber das Suchen und Finden scheint immer schwieriger zu werden. So manche vielversprechende Begegnungen enden in Frustration und Ratlosigkeit. Ist echte Liebe nur ein Produkt des Zufalls? Nein, sagt Gray, der mit der Erfahrung aus 15 Jahren Paar-Therapie, viel gesundem Menschenverstand und einer erfrischenden Portion Humor die komplizierte Welt der Singles betritt. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht ein Weg des Kennen- und Liebenlernens, der von alten Verhaltensmustern befreit und eingefahrene, oft gar nicht bewusste Fehler, vermeiden läßt. Ein Weg, der die Unterschiede beider Geschlechter berücksichtigt und dessen fünf Phasen die Grundlage für lebenslange Liebe sind.

John Gray: Mars sucht Venus.
Goldmann, 381 Seiten, 39,90 DM.


„Mimikry“
von Astrid Paprotta

Alle Opfer haben eins gemeinsam: Sie lebten vereinsamt und zurückgezogen ohne jegliche zwischenmenschliche Beziehungen oder Angehörige mitten in der Großstadt. Alle weisen die gleichen grausamen Verstümmelungen auf. Bei der Fahndung nach Motiven findet man heraus, dass die Opfer Schlange standen, um in der beliebten Nachmittags-Talkshow „Menschen bei Mosbach“ ihr Intimieben kundzutun. Kommissarin Ina Henkel wird mit der Aufklärung der bestialischen Serienmorde beauftragt. Ihre Ermittlungen werden von neuen Morden unterbrochen und schon bald gerät sie an ihre psychischen Grenzen. Ominöse und triste Figuren, die jedes Großstadtbild prägen, Nachbarn und Zeugen der Toten tauchen auf und jeder ist auf seine Weise verdächtig. Der alltägliche Wahnsinn scheinbar ganz normaler Menschen wird für die dünnhäutige Kommissarin zur Irrfahrt, Je weiter sie sich an die Lösung des Falles herantastet, desto mehr gerät sie selbst, ohne es zu ahnen, in das Visier des Täters.

Astrid Paprotta: Mimikry.
Eichborn, 373 Seiten, 39,80 DM.


„Nacht in Havanna“
von Martin Cruz Smith

Mit „Gorki Park“ und seinem Helden Arkadi Renko gelang Martin Cruz Smith ein Welt-Bestseller. Jetzt kehrt Arkadi Renko zurück – desillusionierter denn je. Nach dem Tod seiner Geliebten Irin ia hat er mit dem Leben abgeschlossen. Nur eine Aufgabe bleibt ihm noch: das Verschwinden seines alten Gegenspielers Sergej Pribluda aufzuklären. Der einst mächtige Geheimdienst-Chef spioniert Ende der 90er Jahre in der sozialistischen Enklave Kuba für die russische Regierung ostwestliche Aktivitäten aus. Als Pribluda verschwindet und in der Bucht von Havanna eine Leiche angeschwemmt wird, schickt Moskau Renko nach Kuba. Die kubanischen Behördenmöchten die Angelegenheit am liebsten mit der Identifizierung von Pribluda zu den Akten legen. Doch Renko's Skepsis wächst, je länger er sich in dieser ihm unverständlichen Welt bewegt. Langsam beginnt er den roten Faden in einem tödlichen Spiel aus Intrigen und Verrat aufzurollen.

Martin Cruz Smith: Nacht in Havanna.
Bertelsmann, 414 Seiten, 33,90 DM.


„Nikola Tesla“
von Margaret Cheney

Kaum jemand weiß heute, wer den Wechselstrom und das Radio tatsächlich erfunden hat. Weitaus brisantere Entdeckungen des wohl größten Erfinders aller Zeiten lagern streng gehütet in Staats- und Militär-Archiven. Dies ist nicht nur die spannende Biographie eines ungewöhnlichen, geradezu besessenen Wissenschaftlers, sondern auch ein wichtiges Stück Zeit- und Wissenschaftsgeschichte.

Margaret Cheney: Nikola Tesla.
Omega, 403 Seiten, 44,80 DM.


„Nobilità“
von Donna Leon

Commissario Brunetti's siebter Fall

Die Leiche eines jungen Mannes wird bei der Renovierung eines Hauses gefunden, das sich ein pensioniert er deutscher Arzt am Fuß der Dolomiten gekauft hat. Das Wappen auf dem Ring des Toten führt zum venezianischen Geschlecht der Lorenzonis, die ebenso einflußreich wie wohlhabend sind. Der einzige Sohn der Familie gilt seit längerem als vermisst. Liebend gern hätte der Vater, als der Sohn entführt wurde, das geforderte Lösegeld bezahlt, doch die Entführer lösten sich in Luft auf. Steckte mehr dahinter als ein weiterer Fall von Kidnapping? Brunetti weigert sich, den Fall zu den Akten zu legen und muss schon bald erkennen, daß die Motive des Handelns nicht immer so edel sind wie das Geblüt, aus dem man stammt. Und nicht überall geht es so idyllisch zu wie bei Familie Brunetti.

Donna Leon's Krimis stehen weltweit auf den Bestseller-Listen, und auch mit Brunneti's siebtem Fall wird ihr das wieder gelingen.

Donna Leon: NobilitĂ .
Diogenes, 300 Seiten, 39,90 DM.


„PI in der Liebe“
von Laura Day

In ihrem Bestseller „Praktische Intuition“ zeigte Laura Day, wie man seine intuitiven Fähigkeiten entdecken und praktisch nutzen kann. In „PI in der Liebe“ geht es darum, wie sich die eigene Intuiti on zum Erreichen eines selbstgesetzten Liebesziels einsetzen lässt. Die meisten Entscheidungen werden trotz rationaler Überlegungen intuitiv, aber unbewusst getroffen, so die Autorin. Wer seine intuitiven Eindrücke und deren Botschaften erkennt, besitzt ein Instrument, das sehr bewusste Entscheidungen ermöglicht. Mit Hilfe der Intuiti on ist man in der Lage, den richtigen Partner zu finden, bestehende Beziehungen zu verbessern und Krisen zu bewältigen. Schritt für Schritt leitet die Autorin die Leser an, ihre intuitiven Fähigkeiten für die Liebe zu nutzen, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und mehr Freude und Sicherheit in Liebesbeziehungen zu finden. Bevor es in den letzten Kapiteln um die Bildung einer neuen Partnerschaft geht, muß der Leser zunächst seinen eigenen Standpunkt klären, frühere Beziehungen überprüfen und loslassen und Raum für eine zukünftige Beziehung schaffen. Für alle diese Schritte empfiehlt die Autorin verschiedene Tests und klärende Übungen. Ein tiefgründiges Arbeitsbuch, für diejenigen, die ihre Beziehung klären wollen oder einen neuen Partner suchen.

Laura Day: PI in der Liebe.
DTV, 259 Seiten, 24,00 DM.


„Sintflut – Ein Rätsel wird entschlüsselt“
von Walter Pitman und William Ryan

Die Legende von einer großen Flut findet sich in den Überlieferungen vieler Völker, in Mythen, wie dem Gilgamesh-Epos und in der Bibelerzählung von Noah. Bisher haben die meisten Archäologen eine gigantische Überschwemmung in grauer Vorzeit als Sage abgetan. Jetzt haben zwei renommierte Geowissenschaftler Beweise dafür entdeckt, dass vor 7.600 Jahren eine katastrophale Überflutung im Gebiet um das heutige Schwarze Meer stattgefunden hat. In Zusammenarbeit mit bulgarischen, türkischen und russischen Ozeanographen wurden deutliche Hinweise darauf entdeckt, dass dieses Salzwassermeer einst ein isolierter Süßwassersee war, tief unter dem Niveau der damaligen Weltmeere. Die Autoren beleuchten überzeugende archäologische, genetische und linguistische Indizien, die nahelegen, dass die Flut eine schnell wachsende Flüchtlingswelle in Bewegung setzte, die sich bis nach West-Europa, Zentral-Asien, China, Ägypten und zum persischen Golf ausbreitete. Beide Autoren lehren an der „Columbia Universität“ und wurden für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Meeresgeologie ausgezeichnet.

Walter Pitman / William Ryan: Sintflut – Ein Rätsel wird entschlüsselt.
LĂĽbbe, 384 Seiten, 42,00 DM.


„Sprich mit mir, als wär' ich jemand, den du liebst“
von Nancy Dreyfus

.Was tun, wenn sich in einer Beziehung etwas aufgestaut hat und das liebevolle Miteinander plötzlich nicht mehr funktioniert? Missverständnisse und gegenseitige Schuldzuweisungen führen dann meist zum Rückzug der Beteiligten. Genau für solche Situationen hat die amerikanische Psycho-Therapeutin Nancy Dreylus soetwas wie ein Erste-Hilfe-Set entwickelt. Ihr Arbeitsbüchlein enthält 55 ehrliche und offene Botschaften, die die Kommunikation zwischen zwei Menschen wieder in Gang bringen. Wer sich zum Beispiel in die Ecke gedrängt fühlt, findet unter „Verletzlich sein“ einen Leitsatz, der zu seiner momentanen Gefühlslage passt. Die Lösungssätze beziehen sich auf Situationen, die wohl jeder schon einmal kennengelernt hat, ohne einen Ausweg zu finden. Sie wirken erleichternd und heilsam, da sie sich auf die Verbindung zwischen zwei Menschen beziehen, nicht auf deren Differenzen.

Nancy Dreyfus: Sprich mit mir, als wär' ich jemand, den du liehst.
Ryvellus, 54 Seiten, 19,80 DM.


„Stadt des Lichts“
von David Selbourne (Hrsg.)

Der englische Geisteswissenschaftler David Selbourne lebt und arbeitet in Italien. Im Dezember 1990 erhielt er Einblick in eine mittelalterliche Handschrift bis dahin unbekannter Herkunft. Das Dokument entpuppte sich als der vielleicht bedeutendste Bericht einer mittelalterlichen Reise nach China den das Abendland besitzt – älter und gewichtiger sogar als Marco Polos berühmtes Werk. Der Verfasser, Jacob von Ancona, war ein gelehrter italienisch-jüdischer Kaufmann. Ein Jahr bevor Marco Polo von Venedig auf dem Landweg nach Ostasien reiste, begab sich Jacob von Ancona auf eine drei Jahre währende Handelsfahrt nach China. Fünf Monate lebte er in Zaitun, dem heutigen Quanzhou, bis er nach einjähriger Rückreise wieder inAncona eintraf. In seinen Aufzeichnungen berichtet er vom Händleralltag in Ancona, vom Leben in der jüdischen Gemeinde und vom mittelalterlichen Orienthandel über die Karawansereien Syriens, Indiens, Javas bis nach China. Er beschreibt das bunte Leben in den Straßen Zaituns, der kosmopolitischen Stadt des Lichts und führt Gespräche mit chinesischen Gelehrten über die Sitten und Gebräuche arn Vorabend des Mongolen-Einfalls. David Selbourne hat Jacob von Ancona's Aufzeichnungen herausgegeben und jedes Kapitel des spannenden und lebendigen Berichts aus dem mittelalterlichen China zum besseren Verständnis für den Leser kommentiert.

David Selbourne (Hrsg.): Stadt des Lichts.
LĂĽbbe, 518 Seiten, 58,00 DM.


„Warum Männer und Frauen sich nicht verstehen“
von Elizabeth Mapstone

Wenn Frauen Argumente vorbringen, gelten sie oft als emotional, launisch oder aggressiv. Männer hingegen nehmen selbstverständlich von sich in Anspruch, rational, standfest und wohlüberlegt zu argumentieren. Die Psychologin Elizabeth Mapstone zeigt, warum im Gegeneinander das Miteinander auf der Strecke bleibt. In ihrem Buch, das auf eigenen Recherchen und auf Interviews mit über 600 Befragten beruht, erklärt sie, wie vorurteilsbeladen wir sind und warum der Krieg zwischen den Geschlechtern, angeheizt durch andauernde Missverständnisse und Unterstellungen, sich gerade in der Sprache widerspiegelt. Wir bringen es nicht fertig, uns von liebgewonnenen Fehlurteilen über das jeweils andere Geschlecht zu verabschieden, reagieren irrational und machen einander unnötig das Leben schwer.

Glücklicherweise, so die Autorin, sind diese Unterschiede in der Sprache nicht zwangsläufig an das Geschlecht gebunden. Frauen und Männer können etwas dafür tun, eingefahrene Gleise zu verlassen, damit die Kommunikation zwischen ihnen glückt.

Elizabeth Mapstone: Warum Männer und Frauen sich nicht verstehen.
Lichtenberg, 384 Seiten, 36,00 DM.


„Wüstenblume“
von Waris Dirie

Waris Dirie kämpft gegen die sexuelle Verstümmelung von Mädchen und Frauen. In ihrem Buch schildert sie die ergreifende Geschichte ihres Lebens. Im Alter von fünf Jahren wurde die unter Nomaden geborene Somalierin selbst beschnitten. Im Gegensatz zu einer ihrer Schwestern überlebte sie den grausamen Eingriff, der noch in 28 Ländern praktiziert wird.

Mit 13 sollte Waris Dirie für vier Kamele an einen alten Mann verheiratet werden. Sie rebellierte gegen den Willen ihrer Eltern, floh vor der Hochzeit und wanderte allein durch die Wüste nach Mogadischu. Dort kam sie bei Verwandten unter, konnte schlierlieh mit Hilfe ihres Onkels nach England fliehen, wurde von einem Fotografen entdeckt und machte Karriere. Heute gehört sie zu den begehrtesten Models der Welt. Als „UNO“-Sonderbotschafterin ist sie zur Anwältin schweigender Opfer geworden, die weltweit auf 130 Millionen geschätzt werden.

Waris Dirie: WĂĽstenblume.
Schneekluth, 347 Seiten, 39,80 DM.

Geändert:  10 / 2020