„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

BUCHBESPRECHUNGEN
im Jahr 2002



(Abb.: N. N.)


 Rezensionen von Martin Banger 


„Das Fest des Ziegenbocks“
von Mario Vargas Llosa

Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exil-Jahren nach Santo Domingo zurĂŒckkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senats-PrĂ€sident und GĂŒnstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren VorwĂŒrfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der WillkĂŒr und an ein ungeheuerliches Geschehen: Im Jahr 1961 herrscht in der dominikanischen Hauptstadt ein Mann, mit absoluter Macht ĂŒber drei Millionen Untertanen, nackte Gewalt ausĂŒbend. Urania's Vater war nur eine Schachfigur im perfiden Spiel des Diktators. WĂ€hrend der ‚große WohltĂ€ter‘, der fast das ganze Land in seinen persönlichen Besitz gebracht hat, MilitĂ€r, Kirche, amerikanische Botschaft im Schach zu halten vermeint, sind seine AttentĂ€ter lĂ€ngst unterwegs – ohne ihrerseits zu ahnen, dass in ihrem RĂŒcken ein Machtwechsel im Gange ist.

Im Zentrum von Vargas Llosa's Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General Leonidas Trujillo, genannt ‚Der Ziegenbock‘.

Mario Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks.
Suhrkamp, 538 Seiten, 49,80 DM.


„Das Manuskript“
von Marianne Macdonald

Dido Hoare – eine sympathische Antiquarin um die 30 mit einem starken Charakter und einer SchwĂ€che fĂŒr gutaussehende MĂ€nner – ist mitten in der Nacht mit ihrem alten „Volvo“ auf dem Heimweg nach London, als sie merkt, dass sie offensichtlich verfolgt wird. Erst auf der Autobahn kann sie den unheimlichen Wagen abhĂ€ngen. Ein paar angetrunkene Jugendliche, die sich einen Spaß machen wollten, denkt Dido. Am nĂ€chsten Tag jedoch erhĂ€lt ihr Vater Barnabas, ein pensionierter Anglistik-Professor, einen Drohbrief. Kurz darauf wird in Dido's Laden eingebrochen und alles durchwĂŒhlt. Dido versteht die Welt nicht mehr. Was will man bloß von ihr? Barnabas ist sich sicher, dass Dido's windiger Exmann hinter den VorfĂ€llen steckt. Doch dann passiert ein schrecklicher Unfall.

Marianne Macdonald: Das Manuskript.
List, 350 Seiten, 13,00 €.


„Denn verschwiegen ist die Nacht“
von Faye Kellerman

Sie war einmal eine Schönheit. Jetzt liegt die verstĂŒmmelte Leiche des Show-Girls irgendwo in der WĂŒste bei Las Vegas. Es ist ein Ă€ußerst brutal begangener Mord, der selbst Detective Sergeant Romulus Poe erschreckt, obwohl der langjĂ€hrige Polizist die Schattenseiten der glitzernden Neonwelt von Las Vegas nur allzu gut kennt. Noch erschreckender aber ist die Tatsache, dass die ersten Hinweise zu einem anderen Fall fĂŒhren, der 25 Jahre zurĂŒckliegt: Der TatverdĂ€chtige damals tötete sich selbst. Zusammen mit seinem Team, dem lebenslustigen Detective Steve Jensen, der Polizei-AnfĂ€ngerin Patricia Deluca und der Pathologin Rukmani Kali ermittelt Romulus Poe in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Bald geschieht noch ein Mord und plötzlich wird aus der Suche nach einem unspektakulĂ€ren Mörder eine Großfahndung nach einem seit Jahrzehnten aktiven Serienkiller. Die Spur fĂŒhrt in die WĂŒste: zu den alten Atombomben-Testgebieten, in eine kleine verlassene Geister-Stadt, zu den Navajo-lndianern – und zu einer guten alten Freundin Poes.

Faye Kellerman: Denn verschwiegen ist die Nacht.
BTB; 540 Seiten, 11,00 €.


„Der Anarchist von Chicago“
von JĂŒrgen Alberts

Wer am 4. Mai 1886 die Bombe auf dem Haymarket von Chicago warf, ist nie geklĂ€rt worden. Sie detonierte gegen Ende einer friedlichen Demonstration fĂŒr den Acht-Stunden-Tag. Acht fĂŒhrende Anarchisten wurden verhaftet, vier von ihnen zum Tode verurteilt. Schon einige Jahre spĂ€ter war klar, dass es sich um einen Justiz-Irrtum handelte. Soweit die historischen Ereignisse, vor deren Hintergrund JĂŒrgen Alberts die Geschichte des AttentĂ€ters entwickelt. Die Wege des Idealisten und Schustergesellen Karl Schasler aus Regensburg fĂŒhren in die anarchistischen Zirkel Europas. Er trifft Bakunin, landet in der Pariser Kommune. Dann wandert er nach Amerika aus, schlĂ€gt sich durch und beginnt schließlich, im HinterstĂŒbchen seines Devotionalien-Ladens Bomben zu basteln. Als die Polizei wieder einmal gewaltsam gegen Arbeiter vorgeht, wirft er die Bombe, taucht unter – und erkennt bald, dass er einen verhĂ€ngnisvollen Fehler begangen hat.

JĂŒrgen Alberts: Der Anarchist von Chicago.
Steidl, 440 Seiten, 12,50 €.


„Der Dieb der sĂŒĂŸen Dinge“
von Andrea Camilleri

„Der Dieb der sĂŒĂŸen Dinge“ ist der dritte Fall des inzwischen berĂŒhmten Commissario Montalbano. Diesmal geschehen in Vigata, einem malerischen StĂ€dtchen an der sizilianischen KĂŒste, nicht nur zwei Morde, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben – ein Dieb versetzt den Ort und Cornmissario Montalbano in Aufregung. Denn der Dieb der sĂŒĂŸen Dinge fĂŒhrt ihn auf die Spur der geheimnisvollen, schönen Tunesierin Karima, beansprucht all seine kriminalistischen FĂ€higkeiten und verfĂŒhrt ihn zu einem folgenschweren Versprechen. Andrea Camilleri's vielfach ausgezeichnetes literarisches Werk hat ihm mittlerweile auch in Deutschland eine große Fan-Gemeinde beschert – sein sizilianischer Commissario Salvo Montalbano avancierte zu einer regelrechten Kultfigur.

Andrea Camilleri: Der Dieb der sĂŒĂŸen Dinge.
LĂŒbbe, 320 Seiten, 16,90 DM.


„Der Museumsmörder“
von Earlene Fowler

Benni Harper, Ex-Cowgirl mit einer Vorliebe fĂŒr edle Quiltdecken, muss noch einmal ganz von vorne anfangen. Nach dem tragischen Unfalltod ihres Mannes verlĂ€sst sie ihre Ranch und ĂŒbernimmt in dem kleinen kalifornischen KĂŒstenort San Celina die Leitung des Volkskundemuseums. Doch schon bei ihrer ersten Ausstellung gerĂ€t sie in schwere Turbulenzen. Die attraktive junge Töpferin Marla wird im Museum brutal erstochen, und Benni sieht verblĂŒfft ihre Kusine Rita in Marla's Wagen vom Tatort verschwinden. Gabe Ortiz, der Polizeichef von San Celina, ist entschlossen, auf die Hilfe der kleinen, forschen Frau mit dem wirren Lockenhaar zu verzichten. Doch Benni lĂ€sst sich nicht aufhalten. Nach und nach stĂ¶ĂŸt sie bei ihren eigenwilligen Nachforschungen auf alte Familiengeheimnisse, bizarre LĂŒgengespinste – und darauf, was an jenem Abend, als ihr Mann Jack ums Leben kam, wirklich geschah ...

Earlene Fowler: Der Museumsmörder.
BTB, 290 Seiten, 9,00 €.


„Der verĂ€nderte Blick“
von Patrick Trevor-Roper

Über den Einfluss von Sehfehlern auf Kunst und Charakter

Das Sehvermögen ist der am höchsten entwickelte menschliche Sinn, derjenige, mit dessen Hilfe wir uns in erster Linie orientieren. Das ist ein Ergebnis der Evolution und gilt im visuellen Zeitalter mehr denn je. Was bedeutet es fĂŒr die Kunst, wenn das Sehvermögen beeintrĂ€chtigt ist oder sich verĂ€ndert? Rembrandt und Tizian litten unter Altersweitsichtigkeit: Ist das der Grund dafĂŒr, dass in ihren spĂ€ten Werken die Details mehr und mehr verschwimmen? Als Claude Monet im Alter eine Brille bekam, legte er sie bald wieder beiseite: So wolle er die Welt eigentlich gar nicht sehen. Sind Rodin's Skulpturen von seinem Astigmatismus beeinflusst? Hat eingeschrĂ€nktes Sehen Auswirkungen auf die Bildsprache und Farbsymbolik von Dichtern? Goethe zum Beispiel trug seine Brille selten, obwohl er stark kurzsichtig war, James Joyce musste zahlreiche Augenoperationen ĂŒber sich ergehen lassen. Kann man John Constable's Vorliebe fĂŒr herbstliche Töne als Ergebnis seiner Farbenblindheit werten? Welchen Einfluss haben psychische Erkrankungen auf die Sichtweise und Sehgewohnheiten?

Dem Augenarzt und Kunstkenner Patrick Trevor-Roper gelingt es, diese in der Fachwelt diskutierten ZusammenhĂ€nge samt ihren physiologischen Grundlagen fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Leserschaft einleuchtend darzustellen und im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich zu machen.

Patrick Trevor-Roper: Der verÀnderte Blick.
DTV, 235 Seiten, 39,00 DM.


„Die FakultĂ€t“
von Pablo De Santis

Homero Brocca ist ein genialer Schriftsteller. Niemand hat ihn je gesehen, nirgends gibt es BĂŒcher von ihm. Seine Texte existieren nur in unendlichen Varianten. Als der junge Esteban Miro seine erste wissenschaftliche Stelle im labyrinthischen alten FakultĂ€tsgebĂ€ude antritt, in dem nur noch obskure Institute ihr Dasein fristen, ahnt er noch nicht, dass er in einen gnadenlosen Kampf um den seltsamen Autor hineingezogen wird. Die wissenschaftlichen GralshĂŒter von Brocca's möglicherweise gar nicht existenten Werken schrecken vor nichts zurĂŒck. Das VerhĂ€ltnis zwischen Literatur und Leben, Fiktion und RealitĂ€t wird immer unentwirrbarer.

Pablo De Santis: Die FakultÀt.
Unionsverlag, 192 Seiten, 16,80 €.


„Die Toten vom Karst“
von Veit Heinichen

Kommissar Laurenti hat mehr Arbeit als genug. Immer mehr Rechtsradikale versammeln sich in Triest, und sogar Laurenti's Sohn wird in deren NĂ€he gesehen. Und dann fliegt ein Haus in die Luft, ein Mord wird gemeldet, der möglicherweise in Zusammenhang steht mit einer Schmugglerbande, die ihre Ware nachts auf dem Meer in Empfang nimmt, alte Rechnungen aus der Nachkriegszeit werden blutig beglichen. FĂŒr Laurenti, der aus dem SĂŒden kommt, ist es schwer, die ethnischen ZusammenhĂ€nge zu durchschauen, das explosive Gemisch aus Slowenen, Kroaten, Italienern, aus eifernden Nationalisten und alten Kommunisten. Erst als im Karst ein schrecklicher Ritualmord passiert, fĂŒgt sich das Puzzle zusammen.

Veit Heinichen's zweiter Roman ĂŒber die Hafenstadt an der Adria, die zum Schauplatz krimineller Machenschaften zwischen Ost und West geworden ist, bezieht seine Spannung aus authentischer Beschreibung gegenwĂ€rtiger Auseinandersetzungen, deren Wurzeln tief in der Geschichte verankert sind.

Veit Heinichen: Die Toten vom Karst.
Zsolnay, 368 Seiten, 19,90 €.


„Ein glĂŒcklicher Ort“
von Caroline Carver

Kaum ist die Journalistin India Kane in dem gottverlassenen Nest Blood Junction mitten im australischen Busch angekommen, wird ihre Freundin Lauren erschossen aufgefunden. Und als man India auch noch den Mord an einem jungen Polizisten anhĂ€ngt, sieht es wirklich finster aus fĂŒr sie. Gegen Kaution wieder auf freiem Fuß, macht sich die eigensinnige India daran, die Wahrheit aufzudecken. Dauernd auf der Flacht vor dem Mob, der sie Iynchen will, stĂ¶ĂŸt sie auf einen monströsen Plan. Und die Vergangenheit wirft lange Schatten: Vierzig Jahre zuvor ist in der kleinen Stadt, von den Ureinwohnern „Cooinda“ (glĂŒcklicher Ort) genannt, eine ganze Aboriginee-Familie ausgelöscht worden.

Caroline Carver: Ein glĂŒcklicher Ort.
Droemer, 350 Seiten, 19,90 €.


„Ein wirklich netter Typ“
von Jason Starr

Tommy Russo ist 32, und sein Traum, ein berĂŒhmter Schauspieler zu werden, verblasst zusehends; seine Tage verbringt er mit Wetten bei Pferde- und Hunderennen, nachts arbeitet er als Rausschmeißer in einer Bar in Manhattan. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, einer von fĂŒnf Besitzern eines jungen Rennpferds zu werden, will Tommy diese Chance unbedingt ergreifen. Auf einmal hat er einen neuen Traum: ein berĂŒhmter Rennpferdbesitzer zu werden und auf der Bahn von Hollywood Park die Siege seiner Galopper zu feiern! Da gibt es nur ein kleines Problem: Er braucht zehntausend Dollar, um Mitglied der Besitzergemeinschaft zu werden. Was mit NotlĂŒgen und kleinen DiebstĂ€hlen beginnt, fĂŒhrt bald zum völligen RealitĂ€tsverlust.

Jason Starr: Ein wirklich netter Typ.
Diogenes, 283 Seiten, 19,90 €.


„Futter fĂŒrs Volk“
von Volker Angres, Claus-Peter Hutter und Lutz Ribbe

Es ist kein Zufall, dass uns jahrelang BSE-verseuchtes Rindfleisch aufgetischt wurde. Schon morgen kann die Milch verpestet sein oder das Schweinefleisch, der Fisch oder das GeflĂŒgel. Denn oft genug serviert man uns den letzten Dreck – Hauptsache billig, Hauptsache essbar. Wie es so weit kommen konnte, dass nicht Lebensmittel auf unseren Tisch kommen, sondern eine Art RestmĂŒll, das zeigt dieser Report aus der Unterwelt von Lebensmittel-Industrie, Agrarpolitik und industrialisierter Landwirtschaft. Diese drei sorgen nĂ€mlich in einer unheimlichen Allianz dafĂŒr, dass in der Fischpfanne etwas anderes drin ist als nur Fisch und im Schweinebraten etwas anderes als nur Schwein, vom Rinder-Steak ganz zu schweigen. Wie BSE zur Seuche werden konnte, das decken die Autoren ebenso auf wie eine ganze Reihe weiterer MissstĂ€nde – bis hin zu der Tatsache, dass in den SupermĂ€rkten rund 30.000 nicht gekennzeichnete gentechnisch manipulierte Lebensmittel erhĂ€ltlich sind, denen wir kaum entgehen können. Schneller, billiger, schlechter – auf diesen Nenner lĂ€sst sich bringen, was die Lebensmittelindustrie uns auftischt.

Weil die Autoren meinen, das muss nicht sein, bietet dieses Buch auch Verbraucher-Tipps: vom richtigen Einkaufen ĂŒber die Grundregeln einer gesunden ErnĂ€hrung bis zu ĂŒber 700 wichtigen Adressen. Das Handbuch fĂŒr alle, die wissen wollen, wie man sich heute trotzdem noch gut und gesund ernĂ€hren kann.

Volker Angres / Claus-Peter Hutter / Lutz Ribbe: Futter fĂŒrs Volk.
Droemer, 400 Seiten, 36,90 DM.


„Geld oder Die Kunst, aus dem Vollen zu schöpfen“
von Ulla Sebastian

Die meisten Menschen klagen darĂŒber, nie genug Geld zu haben und machen Ă€ußere Faktoren dafĂŒr verantwortlich. Unsere Beziehung zu Geld hat jedoch immer auch etwas mit unserer inneren Einstellung zu tun. Oft stehen wir uns bei der Verwirklichung unserer TrĂ€ume selbst im Weg. Anschaulich fĂŒhrt Ulla Sebastianvor, wie wir unsere unbewussten GefĂŒhle, unsere Überzeugungen, lebensgeschichtlichen PrĂ€gungen und GlaubenssĂ€tze im Hinblick auf Geld erkennen und neu definieren können. Dieses Buch zeigt anhand praktischer Beispiele und Anleitungen, wie wir ein bewussteres VerhĂ€ltnis zu Geld herstellen, gezielt Blockaden und negative Programmierungen bearbeiten können, um schließlich inneren und Ă€ußeren Wohlstand in unserem Leben zu schaffen.

Ulla Sebastian: Geld oder Die Kunst, aus dem Vollen zu schöpfen.
Verlag Walter, 180 Seiten, 29,80 DM.


„Gewinnen gegen Goliath“
von Debra K. Traverso

Als David Goliath in der biblischen Geschichte gegenĂŒber stand, verdankte er es seiner geschickten Strategie, den ĂŒbermĂ€chtigen Gegner zu bezwingen. Genauso wie David sehen sich heute zahllose Unternehmer der Konkurrenz ĂŒbermĂ€chtiger Konzerne ausgeliefert – Wettbewerber, die reicher, etablierter und bekannter sind.

In ihrem neuen Ratgeber zeigt Debra K. Traverso, wie man sich der Konkurrenz der Großen erfolgreich stellt. Allen, die ein kleines GeschĂ€ft besitzen, fĂŒhren, beraten oder grĂŒnden wollen, liefert sie wertvolle Tipps zur Akquisition von Kunden und zur geschickten Positionierung des Unternehmens. Der SchlĂŒssel liegt darin, so Traverso, ein Image aufzubauen, das Kompetenz, Erfahrung, VerlĂ€sslichkeit und BestĂ€ndigkeit ausdrĂŒckt. Von der Wahl des Namens und des GeschĂ€ftssitzes bis zu kleinen Tricks, wie man mit preiswerter IT-Technologie ein professionelles Unternehmensbild erzeugt, vom Finden der eintrĂ€glichen Produkt- und Kundennischen bis zum zielgruppenorientierten Marketing vereint Gewinnen gegen Goliath praxisnahe Instrumente, mit denen motivierte Kleinunternehmer die Goliaths auf dem Markt ĂŒberlisten können.

Debra K. Traverso: Gewinnen gegen Goliath.
Eichborn Verlag; 223 Seiten, 19,90 €.


„Hundstage – WolfsnĂ€chte“
von Walter Wolter

Bruno Schmidt ist am Ende. Der Ex-Profiboxer, Ex-Privatdetektiv und Ex-Bodyguard wollte eine junge Prostituierte im Auftrag ihres Vaters aus dem Milieu befreien. Doch die Welt ist ungerecht, AnfĂ€lle von Ritterlichkeit werden nicht honoriert. Im Gegenteil: Bruno ist es, der wegen Körperverletzung verklagt wird, und die 4.000 Mark Strafe, die er zu zahlen hat, sind einfach nicht da. In diesem Moment kommt ihm ein neuer Auftrag gerade recht. Eine geheimnisvolle dunkle Schönheit hat seinen Prozess mit großer Aufmerksamkeit als Zuschauerin verfolgt. Sie nimmt Kontakt zu ihm auf und bietet ihm Geld, viel Geld. DafĂŒr soll Bruno ihr Racheengel sein. Als junges MĂ€dchen wurde ihr etwas angetan, das sie nie vergessen konnte. Der Schuldige blieb unbekannt. Nur drei MĂ€nner kommen in Frage. Bruno soll sich einen nach dem anderen vornehmen. Doch es kommt anders als erwartet fĂŒr alle Beteiligten ...

Walter Wolter: Hundstage – WolfsnĂ€chte.
Diogenes, 240 Seiten, 36,00 DM.


„Mond ĂŒber den Reisfeldern“
von Andrew X. Pham

Mit dem Fahrrad durch Vietnam

Vietnam ist ein Zauberwort in Amerika wie in Europa. Es öffnet die – gelegentlich verklĂ€rende – Erinnerung an Rebellion und an die Machtlosigkeit der MĂ€chtigen, entfesselt aber auch den bösen Geist des Mordens auf allen Seiten und der menschenverachtenden Launen der Sieger. Andrew Pham kehrt als amerikanischer Vietnamese in eine fremde Heimat zurĂŒck. Er, der als Kind zu jenen FlĂŒchtlingen gehörte, die vor Amerika wie ‚ertrinkende KĂŒchenschaben‘ aus dem Meer gefischt wurden, und in die westliche Welt hineinwuchs, spĂŒrt nach dem Selbstmord seiner Schwester schmerzlich den Mangel einer kulturellen IdentitĂ€t. Er fĂŒhlt sich selbst als „mat goch“, als verlorene Wurzel, wie die Alten sagen. So macht er sich denn nur mit seinem Fahrrad und wenig Geld auf in jenes Land am Meer, in dem seine Kindheitsbilder verwurzelt sind. Andrew X. Pham ist ein faszinierend vielschichtiger Reise-Bericht gelungen: komisch und schrecklich, anrĂŒhrend und ironisch, mit den poetischen Bildern Asiens und messerscharf im illusionslosen Blick auf den Westen.

Andrew X. Pham wurde 1967 in Saigon geboren und floh 1977 mit seiner Familie aus SĂŒd-Vietnam nach Amerika. Der gelernte Ingenieur lebt heute als Autor in Portiand / Oregon.

Andrew X. Pham: Mond ĂŒber den Reisfeldern.
Goldmann, 416 Seilen, 23,90 €.


„Seafood“

Kochbuch und Lexikon von Fisch und MeeresfrĂŒchten

Der JubilĂ€umsband zum 20-jĂ€hrigen Bestehen der „Teubner-Edition“: Das Lexikon gibt einen umfassenden und fundierten Überblick ĂŒber kulinarisch relevante Fische, Schalen-, Krusten- und Weichtiere – von Aal bis Zwergwels, von Auster bis Zirrenkrake. Brillante Farbfotos sowie detaillierte Beschreibungen ermöglichen eine sichere, schnelle Identifizierung. So ist dieser Band ein idealer Ratgeber fĂŒr Bestimmung und Einkauf sowie ein unentbehrlicher Wegweiser im manchmal verwirrenden Dickicht der Handelsbezeichnungen. Das Kochbuch zeigt die Bandbreite der kulinarischen Möglichkeiten, die Fisch und MeeresfrĂŒchte bieten. Lassen sich zum einen daraus legendĂ€re Klassiker der Haute-Cuisine zubereiten, so sorgt „Seafood“ zum anderen auch in regional beliebten SpezialitĂ€ten fĂŒr manche kulinarische Überraschung.

Ein ausfĂŒhrlicher kĂŒchenpraktischer Teil erlĂ€utert den fachgerechten Umgang mit Seafood und verrĂ€t Schritt fĂŒr Schritt professionelle Handgriffe, mit denen man sich die Arbeit erleichtern kann. Nach Gar-Methoden geordnet, erklĂ€rt der Rezeptteil inWort und Bild, welche Zubereitung sich fĂŒr bestimmte Fische, Muscheln oder Krebstiere besonders gut eignet.

Seafood.
Teubner Edition, 448 Seiten, ĂŒber 1.300 Farbfotos, 49,90 €.


„Waschen, schneiden, umlegen“
von Douglas Lindsay

Barney Thomson ist der meistgesuchte Serien-Killer seiner Zeit – aber eigentlich kann er keiner Fliege was zu Leide tun. Alles war bloß ein MissverstĂ€ndnis: Ihm werden sechs Morde angehĂ€ngt, vier soll er gemeinsam mit seiner Mutter verĂŒbt haben. Aber eigentlich wollte er ihr bloß helfen, die zwei anderen Opfer im Frisör-Salon sind ihm zufĂ€llig in die Schere geschlittert. Nun ist Barney auf der Flucht ins schottische Hochland, und es verschlĂ€gt ihn in das entlegene Mönchskloster St. Johns. Sehr zu seinem UnglĂŒck treibt dort ein echter Serienmörder sein Unwesen. Nach und nach mĂŒssen verschiedene GlaubensbrĂŒder ihr Leben lassen. Da zwei der Morde mit Frisör-Werkzeugen verĂŒbt wurden, fallt auch hier der Verdacht sofort auf Barney alias Bruder Jacob. Erst als Hauptkommissar Mulholland mit seiner jungen Kollegin Proudfoot den Fall ĂŒbernimmt, gibt es Hoffnung fĂŒr Barney ...

Douglas Lindsay: Waschen, schneiden, umlegen.
Goldmann, 412 Seiten, 17,00 DM.

GeÀndert:  10 / 2020