„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

BUCHBESPRECHUNGEN
im Jahr 2005



(Abb.: N. N.)


 Rezensionen von Martion Banger 


„1421 – Als China die Welt entdeckte“
von Gavin Menzies

Chinesische Seefahrer entdeckten Amerika 70 Jahre vor Kolumbus. Sie durchfuhren die Magellanstraße und umsegelten die ganze Welt – 100 Jahre vor Magellan. Sie landen in Australien – 350 Jahre vor Captain Cook. Nach intensiven Recherchen, die er in 120 LĂ€ndern und in ĂŒber 900 Museen und Bibliotheken fĂŒhrte, liefert der Asienkenner Gavin Menzies eine revolutionĂ€re Neudeutung der Geschichte der großen Entdeckungsreisen. Seine spannend geschriebene Dokumentation belegt eindrucksvoll, dass das Reich der Mitte die Welt lange vor den EuropĂ€ern entdeckte.

Gavin Menzies: 1421 – Als China die Welt entdeckte.
Knaur, 600 Seiten, 10,90 €.


„Albert Einstein“
von Albrecht Fölsing

Die Biografie

1905 eröffnete Albert Einstein in einer Reihe wissenschaftlicher Artikel den Weg zur Quantentheorie und legte darĂŒber hinaus das Fundament fĂŒr die RelativitĂ€tstheorie. Das als „Wunderjahr Albert Einsteins“ in die Geschichte einging, feiert 2005 sein hundertjĂ€hriges JubilĂ€um. Albrecht Fölsing's gelungene Biografie des großen Physikers ist ein Standardwerk, das alle Aspekte Einsteins, also seine wissenschaftlichen Leistungen und seine politischen, kulturellen und sozialen Interessen und AktivitĂ€ten, erfasst. Die Vielschichtigkeit Person Einsteins wird hier auf spannende und fundierte Weise sichtbar.

Albrecht Fölsing: Alert Einstein.
Suhrkamp, 960 Seiten, 12,00 €.


„Altötting“
von Sobo Swobodnik

Die StadtvĂ€ter von Altötting haben es satt, immer im Schatten von Oberammergau zu stehen: Eigene Passionsspiele mĂŒssen her! Aber bereits nach wenigen Wochen ist der dritte Judas-Darsteller tot. Nur einer ist noch bereit, die Rolle anzunehmen – Paul Plotek, ein dem Alkohol nicht abgeneigter und reichlich abgewrackter Schauspieler. Doch der muss schon bald feststellen, dass in Altötting nichts so friedlich und heilig ist, wie es zunĂ€chst erscheint ...

Sobo Swobodnik: Altötting.
Knaur; 295 Seiten, 7,90 €.


„Anno 1076 – Die Schatten von Köln“
von Jörg Kastner

Heinrich IV., König des Deutsch-Römischen Reiches, dessen weitrĂ€umiges Herrschaftsgebiet bis zur nördlichen HĂ€lfte Italiens reichte, hatte Angst. Um ihn herum war Finsternis. Nur vor sich, am Ende eines langen Ganges, sah er ein winziges Licht. Er wusste, dass er zu dem Licht gehen musste, dass es fĂŒr ihn keinen anderen Weg gab. Nur auf diese Weise konnte er seine Macht und sein Reich retten. Und doch zögerte er, den Gang zu betreten. Zu groß war seine Furcht vor dem, was ihn am anderen Ende erwarten mochte. Vielleicht das Schlimmste und Erschreckendste ĂŒberhaupt: die Wahrheit. Zwei Jahre sind seit dem Aufstand der Kölner BĂŒrger gegen ihren Erzbischof Anno geistern nachts „Die Schatten von Köln“ durch die Stadt, eine Gruppe von AufstĂ€ndischen, die mit allen Mitteln in den Besitz des Heiligen Grals gelangen möchte, der vor langer Zeit unter der Kathedrale versteckt wurde.

Jörg Kastner: Anno 1076 – Die Schatten von Köln.
LĂŒbbe, 380 Seiten, 8,90 €.


„Barry und die Boys“
von Daniel Hopsicker

Barry Seal war der wohl grĂ¶ĂŸte Drogenschmuggler der US-Geschichte. Ende der 70er flog er wöchentlich bis zu 1,5 Tonnen Kokain in die USA. Ale Seal dabei ‚versehentlich‘ verhaftet wurde, kam er dank eines Freibriefs des jungen Oberstaatsanwalts von Arkansas und spĂ€teren US-PrĂ€sidenten, Bill Clinton, prompt aus der Untersuchungshaft wieder frei. Seal hatte Verbindungen zu Lee Harvey Oswald, dem angeblichen EinzelschĂŒtzen bei der Kennedy-Ermordung, beteiligte sich an diversen Geheimkommandos, wie der „Schweinebucht-Invasion“ und den „CIA“-Drogentransporten von Laos nach Vietnam. Als er sich entschloss, ĂŒber seine Rolle im „Iran-Contra-Skandal“ auszupacken, wurde er wenig spĂ€ter von einem Killer-Kommando auf der Straße ermordet. Hopsicker's spannendes und aufwĂ€ndig recherchiertes Buch dokumentiert nicht nur das abenteuerliche Leben eine Agenten, der sich im Auftrag des Staates jahrzehntelang an illegalen Operationen beteiligte, es fĂŒhrt auch in die AbgrĂŒnde der geheimen Geschichte Amerikas – die tiefe Verbindung von Politik und Geheimdiensten mit dem organisierten Verbrechen.

Daniel Hopsicker: Barry und die Boys.
Zweitausendeins, 560 Seiten, 16,90 €.


„Bei Hitlers – ZimmermĂ€dchen Anna's Erinnerungen“
von Kurt Kuch und Anna Plaim

Anna Plaim war ZimmermĂ€dchen im Hause Hitler am Obersalzberg. Sie erhielt einen unverfĂ€lschten Einblick in das völlig abgeschirmte Privatleben des ‚FĂŒhrers‘ und wurde zur Vertrauten von Eva Braun. Nur oberflĂ€chlich betrachtet bot der Berghof den Eindruck einer heilen Welt, denn wie Anna Plaim damals schnell erkannte, herrschten hier Überfluss und Langeweile, Doppelmoral und Intrige. Die Erinnerungen der heute 84-JĂ€hrigen bilden zusammen mit den 34 tagebuch-artigen Briefen der jungen Anna Plaim an ihre Eltern ein einzigartiges Zeitdokument.

Kurt Kuch / Anna Plaim: Bei Hitlers – ZimmermĂ€dchen Anna's Erinnerungen.
Knaur, 144 Seiten, 7,90 €.


„Beweise, dass es böse ist“
von Donna Leon

Commissario Brunetti's 13. Fall

Als die ebenso reiche wie ruppige Maria Grazia Battestini brutal ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, gibt es keine Freunde, keine Familie, die um sie trauern. Schnell fĂ€llt der Verdacht auf die haushĂ€lterin, die untergetaucht ist. Als jene nach RumĂ€nien zurĂŒckkehren will, wird sie aufgegriffen und gerĂ€t auf der Flucht unter den Zug. Sie hatte eine große Summe Geldes bei sich sowie gefĂ€lschte Papiere – und damit ist der Fall fĂŒr Tenente Scarpia erledigt, der Brunetti wĂ€hrend dessen Urlaub vertritt. Nicht so Brunetti. Aus Irland zurĂŒckgekehrt, sucht er unbeirrt nach dem wahren Schuldigen. Doch wie er die Indizien auch zusammenpuzzelt, es will sich kein rechtes Bild ergeben. Erst als seine Frau ihn an die Bibel und die Sieben TodsĂŒnden erinnert, beginnt Brunetti, die verborgenen Motive aufzuspĂŒren, die zum Tod der alten Dame gefĂŒhrt haben.

Donna Leon: Beweise, dass es böse ist.
Diogenes, 336 Seiten, 19,90 €.


„Bush in Babylon“
von Tariq Ali

Aufgrund seiner ÖlvorrĂ€te ist der Irak seit langem Spielball US-amerikanischer und britischer Interessen. Woher das irakische Volk die Kraft zum Widerstand nimmt, kann nur aus seiner Geschichte heraus verstanden werden, die von Besetzung, UnterdrĂŒckung und Freiheitskampf, aber auch von einer im Westen kaum bekannten großartigen Kultur geprĂ€gt ist. Bestseller-Autor Tariq Ali fĂŒhrt in seinem neuesten Buch den Leser in ein Land, das mehr zu bieten hat als WĂŒste und Öl. Wer die Gexchichte des Irak und das Schicksal dessen Volkes verstehen will, kommt an Tariq Ali's Analysen nicht vorbei. Sein Buch ist ein Appell an die Welt, die irakische Kultur nicht auf dem Altar des Kapitalismus und der Globalisierung zu opfern.

Tariq Ali: Bush in Babylon.
Heyne, 320 Seiten, 7,95 €.


„Coca-Cola und Heiliger Krieg“
von Benjamin R. Barber

Seit dem 11. September 2001 scheint die Welt eine andere. Der Politologe Barber schreibt zu den Terror-AnschlĂ€gen: „So etwas ließ mein Buch tatsĂ€chlich erwarten. Ich habe nachgewiesen, dass es eine sehr enge Beziehung gibt zwischen den reaktionĂ€ren KrĂ€ften des Islam und den KrĂ€ften von ModernitĂ€t und Technologie. Jihad, die Ideologie des Heiligen Kriegs im radikalen Islam, hat die KrĂ€fte von McWorld benutzt, um McWorld zu zerstören.“ („Tages-Anzeiger“ vom 22. September 2001). Barber beschreibt in seinem Buch die aufkommende Gefahr des 21. Jahrhunderts: Die Demokratie wird Opfer eines doppelt gefĂŒhrten Angriffs – jenes der grenzenlosen Profitmaximierung auf Kosten jeder Moral oder Religion und jenes des ausgrenzenden, intoleranten religiösen Fanatismus. Benjamin R. Barber, Professor fĂŒr Politologie an der University of Maryland und GrĂŒnder sowie langjĂ€hriger Direktor des „Walt Whitman Center“ an der „Rutgers University“ in New Jersey, gehört zu den globalisierungskritischen Stimmen Amerikas und vertritt dabei eine gemĂ€ĂŸigte Linie. Seine BĂŒcher zu diesem Thema finden weltweit große Beachtung.

Benjamin R. Barber: Coca-Cola und Heiliger Krieg.
Scherz, 328 Seiten, 14,90 €.


„Der große Konz 2005“
von Franz Konz

Alle Jahre wieder, seit 20 Jahren, erscheint der unentbehrliche Ratgeber fĂŒr alle, die jede Möglichkeit ausschöpfen wollen oder mĂŒssen, legal Steuern zu sparen. Franz Konz, ehemaliger Steuer-Inspektor und Revisor bei Wirtschafts-PrĂŒfungs-Gesellschaften, sieht sich als KĂ€mpfer fĂŒr den gebeutelten Steuerzahler. Von Altersversorgung ĂŒber Eigenheimzulage bis zur Finanzierung des Zweitstudiums weiß Konz Hilfestellung zu geben, die man anderswo vergeblich sucht. Der Erfolg seines Ratgebers lĂ€sst sich nicht einfach mit der FĂŒlle der Informationen erklĂ€ren. Konz spricht Volkes Sprache, kann sein Wissen lebendig vermitteln, geht konkret auf verschiedene Lebenslagen ein. Er rĂ€t ganz offen dazu, sein Geld in Sicherheit zu bringen, bevor's der Staat einkassiert. Der „Konz“ ist nicht nur ein unterhaltsamer Ratgeber, sondern inzwisachen auch ein StĂŒck deutsches Kulturgut.

Franz Konz: Der große Konz.
Knaur, 1.088 Seiten, 09,90 €.


„Der Irrgarten“
von Panos Karnezis

Nach dem gescheiterten Versuch, die Mittelmeer-Region des tĂŒrkisch-osmanischen Reichs zu besetzen, zieht sich die griechische Armee im Sommer 1922 aus Kleinasien zurĂŒck. Tausende Soldaten fliehen Richtung KĂŒste, um von dort aus in die heimat zu gelangen. Eine Brigade jedoch hat sich verirrt, mitten in der anatolischen WĂŒste und ohne jeden Funkkontakt nach außen. General Nestor scheint seine Truppen im Kreis zu fĂŒhren, chancenlos und ohne Aussicht auf Rettung. AbhĂ€ngig von immer grĂ¶ĂŸeren Mengen an Morphium, gibt er sich seiner Leidenschaft fĂŒr die griechische Mythologie hin, wĂ€hrend die Moarl seiner Offiziere langsam im WĂŒstensand versinkt. Als die Brigade auf eine bisher vom Krieg verschonte griechische Siedlung stĂ¶ĂŸt, scheint sich das Schicksal zu wenden. Doch das UnglĂŒck folgt den MĂ€nnern in das scheinbar friedliche Dorf.

Panos Karnezis: Der Irrgarten.
DTV, 360 Seiten, 14,50 €.


„Der letzte Schliff“
von Muriel Spark

Was sich in den Klassenzimmern einer exzentrischen Pensionatsschule fĂŒr ebenso exzentrische höhere Söhne und Töchter am Genfer See abspielt, ist Ă€ußerst lehrreich, aber nicht immer lehrplanmĂ€ĂŸig. Neun SprĂ¶ĂŸlinge entthronter Monarchen und aufgeflogener Börsenschwindler werden von einem blutjungen Lehrer-Ehepaar aufs Leben vorbereitet. Nina gibt Wetterkunde, Französisc und Benimmkurse (wie isst man Spargel und was fĂŒr UnterwĂ€sche trĂ€gt man zum Pferderenne in Acot) und sehnt sich heimlich nach einem echten helden an ihrer Seite; Rowland, ihr Gatte, hĂ€lt Schreibseminare ab und trĂ€umt davon, endlich seinen eigenen Roman fertigzustellen. Doch was in einem schwĂŒl-heißen Sommer am See hauptsĂ€chlich gelehrt und gelernt wird, steht nicht einmal auf diesem Lehrplan. Ein Roman ĂŒber erste Liebe, Eifersucht und die mörderische Macht der Jugend.

Muriel Spark: Der letzte Schliff.
Diogenes, 192 Seiten, 18,90 €.


„Der zensierte Tag –
Wie man Menschen, Meinungen und Maschinen steuert“
von Christian C. Walther

Die offizielle Geschichte des 11. September wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Die sensationellen, leicht verdaulichen ‚EnthĂŒllungen‘, die im Laufe der Jahre durch die Medien geisterten, halten keiner nĂ€heren ÜberprĂŒfung stand. Der Öffentlichkeit wurde ein Ablauf der Geschehnisse ins Bewusstsein gebrannt, den es so nicht gegeben hat. So gibt es bisher noch keinen einzigen stichhaltigen Beweis dafĂŒr, dass Mohammed Atta oder Osama Bin Laden in die AnschlĂ€ge verwickelt gewesen sind. Christian C. Walther hat bisher unbeachtete Geschehnisse des 11. September und der Folgezeit aufgespĂŒrt, die zu einer völlig neuen Theorie ĂŒber die Ereignisse und ihre Urheber fĂŒhren. Seine packende Darstellung ist eine herbe Kritik an einer globalen Mediengesellschaft, die zwar ĂŒber alles informiert sein will, aber aus Bequemlichkeit die Augen vor einer schockierenden Wahrheit verschließt.

Christian C. Walther: Der zensierte Tag –
Wie man Menschen, Meinungen und Maschinen steuert.
Heyne, 397 Seiten, 12,00 €.


„Die allertraurigste Geschichte“
von Ford Maddox Ford

Das englische Ehepaar Ashburnham und das amerikanische Ehepaar Dowell, die sich in Epa kennengelernt haben, sind seit langer Zeit befreundet. Erst nach dem Tod seiner Frau Florence begreift John Dowell, dass in all den Jahren der Schein getrogen hat, und er beginnt, den wahren Charakter seiner Freunde und seiner Frau zu erkennen. Edward Ashburnham, der als perfekter englischer Gentleman auftrat, kannte keine Grenzen, wenn es um Herzens-Angelegenheiten ging. Ashburnham’s Freund, der betrogene Ehemann, erzĂ€hlt diese allertraurigste Geschichte – mit seinen Augen verfolgt der Leser die Verwicklungen, die durch den rĂŒcksichtslosen Eroberungsdrang entstanden ...

Ford Maddox Ford: Die allertraurigste Geschichte.
Diogenes, 272 Seiten, 13,90 €.


„Die Billig-LĂŒge“
von Franz Kotteder

Die Tricks und Machenschaften der Discounter

Jedes dritte Glas Gurken wird bei „Aldi“ gekauft, der Discounter ist Spitzenreiter bei Toilettenpapier und sogar der wichtigste Computer-HĂ€ndler fĂŒr PCs und Laptops. „Aldi“, „Lidl“, „Media-Markt“, „Wal-Mart“ & Co. sind weiter auf dem Vormarsch – billig ist Trumpf. Uns Verbrauchern gefĂ€llt's, wenn der Preis stimmt. Die „Billig-LĂŒge“ deckt auf, warum uns vieles, was wir bei den Discountern zum Spottpreis erwerben, teurer zu stehen kommt als wir zunĂ€chst glauben möchten. Franz Kotteder belegt, dass die Annahme, wir könnten hohe QualitĂ€t fĂŒr immer weniger Geld erhalten, eine TĂ€uschung ist. Jede zweite Flasche Wein wird in Deutschland inzwischen von Discountern verkauft. Der Durchschnittspreis einer 0,75-Liter-Flasche liegt bei 2,09 €. Wein-Tester kommen zu dem Ergebnis, dass die QualitĂ€t des Billigweins meist noch nicht einmal diesen Preis wert ist. Ob Rauchmelder oder KinderstĂŒhle, immer wieder werden massenhaft Billigprodukte auf den Markt geworfen, die fehlerhaft, untauglich oder unsicher sind. Falsch deklarierte Bio-Eier, gepanschter Prosecco oder Brot ohne NĂ€hrwert, das Preisdiktat der BilligmĂ€rkte provoziert betrĂŒgerische Machenschaften der Lieferanten. Eine lĂ€ngst fĂ€llige Recherche, die an die Wachsamkeit der Verbraucher appelliert.

Franz Kotteder: Die Billig-LĂŒge.
Droemer, 270 Seiten, 18,00 €.


„Die Diktatur des Profits“
von Viviane Forrester

Was bedeutet es, wenn Wirtschaftssysteme immer unmenschlicher werden? Hat die Wirtschaft nun endgĂŒltig die Herrschaft ĂŒber die Politik angetreten? Forrester's These reicht weiter: Mit dem Ultra-Liberalismus hat sich im Inneren der westlichen Demokratien eine fundamental anti-demokratische Ideologie ausgebreitet, deren Ziel der pure und zunehmend virtuelle Profit ist. Der Wertsteigerung von Unternehmen an der Börse werden heute nicht nur unzĂ€hlige ArbeitsplĂ€tze geopfert – die Diktatur des Profits wird, wenn es nicht zur Wiederkehr einer politischen Kultur kommt, auch die Zukunft der modernsten Entwicklungen zerstören: Denn die Profitideologie ignoriert den möglichen Nutzen fĂŒr die Menschen und verplant sie als reine Spekulations-Objekte. An brisanten Beispielen zeigt die Autorin, dass in den westlichen Demokratien eine ideologische Diktatur entstanden ist, die nicht nur jede politische Entscheidung regelt, sondern der auch die Ökonomie selbst zum Opfer gefallen.

Viviane Forrester: Die Diktatur des Profits.
DTV, 210 Seiten, 9,00 €.


„Die entfĂŒhrte Prinzessin“
von Karen Duve

Welche Frau hat nicht schon davon getrĂ€umt, Prinzessin zu sein und von einem edlen Prinzen heimgefĂŒhrt zu werden? Zumal, wenn manm als Prinzessin im rauen und trostlosen Nordreich Snögglingduralthorma lebt und eine Delegation aus dem sagenhaft reichen mittelmeerischen Baskarien vor den vereisten Toren der Stadt auftaucht. Doch halt – nach klassischem MĂ€rchenmuster ist Karen Duve's neuer Roman nicht gestrickt –, den der stets schwarz gekleidete baskarische Prinz Diego will die bettelarme Prinzessin anfangs nur, um seine prestige-sĂŒchtige Mutter damit zu kasteien. Und gleich bei seiner Ankunft geraten die Baskarier und Prinzessin Lisvana's Landsleute in Streit. Aus der romantischen Brautwerbung wird eine echte EntfĂŒhrung, die entfĂŒhrte Prinzessin verweigert die Heirat – und im Nordreich sinnt man fortan finster brĂŒtend auf Rache. ErdrĂŒckende VĂ€ter, lieblose MĂŒtter, Trotzreaktionen, Selbstzweifel und MinderwertigkeitsgefĂŒhle treiben die Helden dieses Buches um.

Karen Duve: Die entfĂŒhrte Prinzessin.
Eichborn, 397 Seiten, 24,90 €.


„Die Krankmacher“
von Werner Bartens

Noch nie war der gesundheitliche Zustand der Bevölkerung Deutschlands so erfreulich wie jetzt. Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten stĂ€ndig gestiegen, einige Forscher gehen sogar davon aus, dass die Menschen im Laufe unseres Jahrhunderts durchschnittlich 100 Jahre alt werden können. Auf der anderen Seite hat sich eine Befindlichkeits-Industrie etabliert, die nach dem Motto verfĂ€hrt: „Es gibt keine gesunden Menschen, es gibt nur Menschen, die noch nicht grĂŒndlich genug untersucht worden sind“. Mediziner und Therapeuten erfinden neue Krankheiten und besetzen damit ihre jeweilige Nische. Sobald ein neues Leiden Karriere macht, entwickeln dessen Diagnosen eine Eigendynamik, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Provozierend, unbequem und erhellend schildert der Mediziner und Historiker Werner Bartens, wie wir unsere Krankheiten selber erschaffen und wer einen Nutzen davon hat.

Werner Bartens: Die Krankmacher.
Knaur, 384 Seiten, 8,95 €.


„Die Legionen Roms“
von Adrian Goldsworthy

Mit ihrer tausendjĂ€hrigen Geschichte war die Armee Roms eine der dauerhaftesten Machtinstitutionen aller Zeiten. Sie erzwang den Aufstieg Roms zur Weltmacht, drĂŒckte Europa und dem gesamten Mittelmeer-Raum eine umfassende Infrastruktur auf und sicherte den Bestand des Imperiums mit Disziplin, ĂŒberlegener Waffentechnik, entschlossener BrutalitĂ€t und taktischem Geschick. Dieser Bildband prĂ€sentiert auf der Grundlage archĂ€ologischer Funde und historischer Quellen detaillierte Beschreibungen der Grenzbefestigungen, Belagerungs- und Verteidigungsbauwerke, der Lager, der AusrĂŒstung und der Waffen der Soldaten. Diese Dokumentation beschreibt vor allem das Leben der einfachen Soldaten: die Rekrutierung, Ausbildung, die Routine in Friedenszeiten, den Alltag in den Garnisonen und die KrĂ€fte zehrenden FeldzĂŒge, Familie, Freizeit und das Leben nach der Entlassung aus dem MilitĂ€rdienst.

Adrian Goldsworthy: Die Legionen Roms.
Zweitausendeins, 224 Seiten, 19,90 €.


„Die Ökonomie der Hexerei
oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt“
von David Signer

David Signer schreibt anschaulich und spannend ĂŒber die Auswirkungen der Hexerei in Westafrika. Er ist dem Treiben der Hexerei in Jahren der Feldforschung in Westafrika sehr nahegekommen; in engem Kontakt mit Heilern gelangte er zu der Einsicht, dass die Hexerei im sozialen, ökonomischen und politischen System eine höchst konservative Funktion ĂŒbernimmt. Weil Hexen vor allem durch Neid motiviert sind und mit Vorliebe die Erfolgreichen ‚fressen‘, wird jeder Ehrgeiz eingeschĂŒchtert. Aus Angst vor den Folgen der Zauberei verzichten potenzielle Aufsteiger zugunsten der UnauffĂ€lligkeit auf ihre Ambitionen. Wer Karriere machen will, verlĂ€sst seine Heimat und schĂŒtzt sich gegen die Neider durch FĂ©ticheure und Opfer. Signer zeigt, wie auf diese Weie in West-Afrika die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft effektiv verhindert werden.

David Signer: Die Ökonomie der Hexerei
oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt.
Peter Hammer Verlag, 440 Seiten, 22,00 €.


„Die Politik der Macht“
von Arundhati Roy

Mit ihrem Welt-Erfolg „Der Gott der kleinen Dinge“ faszinierte die Inderin Arundhati Roy Millionen Leser in allen Kulturen. In diesem Buch nimmt sie engagiert Stellung zu den aktuellen Geschehnissen nach dem 11. September sowie zu zwei verheerenden Ereignissen in ihrer Heimat: dem Narmada-Staudamm, einem gigantischen Projekt mit katastrophalen Auswirkungen, die im Westen kaum bekannt wurden, und den indischen Atombombenversuchen. Unerbittlich prangert sie politischen GrĂ¶ĂŸenwahn und menschenfeindliche Ignoranz an.

Arundhati Roy: Die Politik der Macht.
BTB, 160 Seiten, 7,50 €.


„Die Stadt der wilden Götter“
von Isabel Allende

Kate Cold ist Reiseschriftstellerin, eine unerschrockene EinzelgĂ€ngerin, welterfahren, unsentimental. Eines Tages – sie hat gerade vom International Geographic den Auftrag erhalten, in den entlegensten UrwĂ€ldern Amazoniens die so genannte Bestie, ein unbekanntes Riesenwesen, aufzustöbern – wird ihr fĂŒnfzehnjĂ€hriger Enkel Alex aus Kalifornien zu ihr nach New York geschickt. Kurzerhand beschließt sie, den Jungen, der mit der schlimmen Erkrankung seiner Mutter und dem GefĂŒhlswirrwarr der erwachenden Hormone fertig werden muss, auf die abenteuerliche Expedition mitzunehmen.

Eine bunte Schar ist da unter der Leitung eines besonders exzentrischen Exemplars von Anthropologen zusammengewĂŒrfelt, um jenem Riesenwesen auf die Spur zu kommen. Sonderbare und undurchschaubare Gestalten sind mit von der Partie und wollen die Expedition fĂŒr ihre eigenen unrĂŒhmlichen PlĂ€ne benutzen. Und dann ist da noch Nadia, die zwölfjĂ€hrige Tochter des brasilianischen FĂŒhrers, ein Kind des Urwalds, ausgestattet mit einem sechsten Sinn fĂŒr die VerstĂ€ndigung mit Mensch und Tier. An ihrer Seite erfĂ€hrt Alex, wie sein so vorsichtiges und vernĂŒnftiges Denken nicht alles ist, wenn es um den Aufbruch ins Ungewisse geht. Nach einer aufregenden Reise ĂŒber den Rio Negro werden Nadia und Alex unversehens in ein atemberaubendes Abenteuer katapultiert: Der von der Zivilisation noch nicht berĂŒhrte Stamm der Nebelmenschen entfĂŒhrt sie in eine geheimnisvolle Welt jenseits aller ihrer bisherigen Erfahrung.

Isabel Allende: Die Stadt der wilden Götter.
Suhrkamp, 325 Seiten, 22,90 €.


„Die Weltbeschreiber“
von Nicolas Crane

Reformation, Bauernkrieg, Magellan's Welt-Umseglung – in bewegter Zeit schuf der Kartograph Gerhard Mercator eine Darstellunmg von der Welt, die bis heute sowohl in der Seefahrt als auch bei der „NASA“ verwendet wird. Als Martin Luther der Reformation den entscheidendenpuls gab, war Mercator fĂŒnf Jahre alt; er war zehn, als die Überlebenden der von Magellan begonnenen ersten Weltumseglung nach Sevilla zurĂŒckkehrten. Nicholas Crane erzĂ€hlt vom Leben dieses Mannes, der durch Hunger, Not und Elend ging, der verfolgt wurde und schließlich doch zu höchstem Ruhm gelangte. Geboren 1512 in Flandern als eines Schusters, revolutionierte Gerhard Mercator die Kartographie. Als er 1594 in Duisburg starb, galt er als der „Prinz der modernen Geographen“.

Nicholas Crane: Die Weltbeschreiber.
Droemer, 384 Seiten, 22,90 €.


„Eminem – Whatever you say I am“
von Anthony Bozza

Die Biografie

Als Kind bin ich von meinen MitschĂŒlern derart gehĂ€nselt worden, dass ich nur zu gerne mit einer Maschinenpistole durch die Klassen gezogen wĂ€re“, berichtet Eminem in einem „TAZ“-Interview. Als Teenie waren die Beastie Boys seine Favoriten, doch statt den Rap nur zu konsumieren, begann der als Marshall Bruce Mathers III. Geborene mit 14 Jahren im Keller eines Freundes zu reimen. Schon bald bestimmen Freestyle-Battles auf dem Schulhof seinen Alltag. Er bricht die Schule ab, lebt von schlecht bezahlten Jobs und rappt als Eminem in der Detroiter Hip Hop-Szene. Seine provozierenden Todschlag-Texte fĂŒhren schnell zu heftigen Reaktionen, konservative Politiker nennen ihn gar in einem Zusammenhang mit Bin Laden. Vom Staatsfeind Nummer eins hat sich Eminem zum amerikanischen Idol hochgearbeitet und ist heute mit ĂŒber 30 Millionen verkaufter Platten der erfolgreichste weiße Rapper. Anthony Bozza, renommierter „Rolling Stone“-Journalist, zeichnet den ungewöhnlichen Lebensweg des einstigen Underdogs nach und gestattet aufschlussreiche Einblicke in das Privatleben des ersten wirklichen Superstars des 21. Jahrhunderts.

Anthony Bozza: Eminem – Whatever you say I am.
Heyne, 400 Seiten, 12,00 €.


„EnzyklopĂ€die der essbaren Wildpflanzen“
von Steffen Guido Fleischhauer

Wildpflanzen sind die VorlĂ€ufer unserer Kulturpflanzen. Sie sicherten ĂŒber Jahrtausende das Überleben der Menschen. Heute erleben die Wildpflanzen eine Renaissance und finden gar Zugang in die KĂŒche hoch dekorierter Spitzenköche. Sie ergeben eigenstĂ€ndige Gerichte oder verleihen Speisen eine spezielle WĂŒrze. Durch ihren Reichtum an wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind sie außerdem noch gesund. Über 1.500 Pflanzenarten Mitteleuropas, die jemals in unserer ErnĂ€hrung Verwendung fanden, werden hier vorgestellt, die 400 kulinarisch interessantesten Arten mit erstklassigen Farbfotos. Überlieferte und neue Rezeptbeispiele zeigen ihre vielfĂ€ltigen Verwendungsmöglichkeiten.

Steffen Guido Fleischhauer: EnzyklopÀdie der essbaren Wildpflanzen.
AT Verlag, 410 Seiten, 48,00 €.


„Finnegan’s Wake (Finnegan's Wehg)“
von James Joyce

Das Buch „Finnegan's Wake“ ist James Joyce's letztes und grĂ¶ĂŸtes Werk. Es galt seit Erscheinen im Jahre 1941 als unĂŒbersetzbar. Joyce hatte 17 Jahre lang an seinem Hauptwerk gearbeitet, jedes einzelne Wort wird als Herausforderung angesehen, und selbst im heimischen Irland ist die Dechiffrierarbeit an „Finnegan’s Wake“ nicht abgeschlossen. Als Sensation feierte der Bayerische Rundfunk, dass Dieter H. StĂŒndel nach ebenfalls 17-jĂ€hriger Arbeit die Übersetzung von „Finnegan’s Wake“ vorlegte. Zahn Jahre brauchte Übersetzer StĂŒndel, um das Buch erst einmal zu begreifen. Denn die Mythen und Religionen der Welt, die Geschichte der Menschheit von der Antike bis Napoleon, all das hat Joyce in seinem letzten Buch in Wortspielereien verwoben – mit Wörtern aus 22 Sprachen. Anschließend galt es, mit dem Deutschen so umzugehen wie Joyce seinerzeit mit dem Englischen, und das heißt: Wörter zu verdrehen und zu kreuzen, bis sie mehrere Bedeutungen annehmen. 50.000 neue Vokabeln hat StĂŒndel fĂŒr seinen „Finnegan's Wehg“ (so der deutsche Titel) erfunden. Fritz Senn, der Leiter des ZĂŒrcher Joyce-Archives, wĂŒrdigte StĂŒndel's Arbeit als „kleines Wunder“ und als „imponierendes Werk“. Der komplette zweisprachige Text der deutschen Erstausgabe, ĂŒbersetzt von Dieter H. StĂŒndel, wurde ursprĂŒnglich fĂŒr 429 € angeboten und ist jetzt beim Verlag Zweitausendeins fĂŒr 25 € erhĂ€ltlich.

James Joyce: Finnegan's Wake (Finnegan's Wehg).
Zweitausendeins; 25,00 €.


„Flug in die Vergangenheit“
von Georg Gerster

Georg Gerster ist einer der erfahrensten und prominentesten Flugbild-Fotografen unserer Zeit. In 46 LĂ€ndern auf allen fĂŒnf Kontinenten dokumentiert er seit den 60er Jahren archĂ€ologische StĂ€tten jeder GrĂ¶ĂŸenordnung, Epoche und Kultur: von Stonehenge bis zur chinesischen Mauer, von der Akropolis, den Tempeln von Abu Simbel, die dem Assuan Staudamm weichen mussten, bis zu aztekischen KultstĂ€tten in Mexiko und monumentalen Steinzeichnungen in der kalifornischen WĂŒste. Seine Farbaufnahmen sind nicht nur bestechend prĂ€zise Dokumente und technische Meisterleistungen, sondern auch Ă€sthetisch faszinierende, ungekannte Blicke auf unsere Welt. Zu jedem Bild gibt es einen fundierten archĂ€ologischen Kommentar, wodurch das Werk zu einem anschaulichen Geschichtsbuch wird.

Georg Gerster: Flug in die Vergangenheit.
Schirmer/Mosel, 416 Seiten; 29,80 €.


„Forschen fĂŒr den FĂŒhrer“
von John Cornwell

Kein anderes Land erhielt in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts so viele Nobelpreise wie Deutschland. Wilhelm Conrad Röntgen, Max Planck, Lise Meitner, Otto Hahn, Albert Einstein, Max Born, Werner Heisenberg und viele andere machten Deutschland zum internationalen Zentrum der Naturwissenschaften. Doch mit der Machtergreifung der Nazis waren viele Forscher gezwungen, ihr Land zu verlassen. Die, die blieben, wurden in die ideologische Pflicht genommen, mussten ihre Arbeit in den Dienst der Hitler’schen Tötungsmaschinerie und Kriegspolitik stellen. Sie entwickelten Panzer, Raketen, chemische Kampfstoffe und Bomben, die die Welt in Angst und Schrecken versetzten. Dies ist die Chronik der deutschen Naturwissenschaft in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts – ein erschreckendes, dunkles Kapitel deutscher Geschichte, zum ersten Mal umfassend dargestellt.

John Cornwell: Forschen fĂŒr den FĂŒhrer.
LĂŒbbe, 576 Seiten, 24,90 €.


„Geschichten von der Globalisierung“
von Daniel Schwartz (Hrsg.)

Ein schillerndes Wort bezeichnet den Prozess der Auflösung der bisherigen Weltordnung: Globalisierung. Eine Neue Welt soll aus ihr hervorgehen, in der Menschen und Beziehungen, Handel und Finanzen, Technologie und Wissen ungeahnte Freiheiten voller Möglichkeiten und Risiken genießen. Aber was bedeutet dies im konkreten Fall? Im Zeitalter einer grenzenlosen Öffnung sind‘ herkömmliche’ Lebensformen und IdentitĂ€ten bedroht, lösen sich altbewĂ€hrte Strukturen auf – was tritt an ihre Stelle? Zehn Fotografen waren der fördernden wie zerstörerischen Kraft der Globalisierung auf der Spur. Sie berichten von Randzonen und Zentren, AufschwĂŒngen und Desastern, von Fluchtwegen und AusbrĂŒchen. Ihre Reportagen, Essays und PortrĂ€tserien stammen vom chinesischen Perlfluss-Delta und aus dem kriegsversehrten Bosnien-Herzegowina, von den SportplĂ€tzen der afrikanischen Jugend und aus den Pariser VorstĂ€dten; aus Italien und Vietnam, Belgien, den USA, Nigeria und Brasilien, Indien und Bangladesch. Die Geschichten von der Globalisierung erzĂ€hlen von einer Welt, die so rasch wie nie zuvor dabei ist, ihr Gesicht grundlegend zu verĂ€ndern.

Daniel Schwartz: Geschichten von der Globalisierung.
Steidl, 256 Seiten, 225 Fotos, 25,00 €.


„Gewinnen gegen Goliath“
von Debra K. Traverso

Als David Goliath in der biblischen Geschichte gegenĂŒber stand, verdankte er es seiner geschickten Strategie, den ĂŒbermĂ€chtigen Gegner zu bezwingen. Genauso wie David sehen sich heute zahllose Unternehmer der Konkurrenz ĂŒbermĂ€chtiger Konzerne ausgeliefert – Wettbewerber, die reicher, etablierter und bekannter sind.

In ihrem neuen Ratgeber zeigt Debra K. Traverso, wie man sich der Konkurrenz der Großen erfolgreich stellt. Allen, die ein kleines GeschĂ€ft besitzen, fĂŒhren, beraten oder grĂŒnden wollen, liefert sie wertvolle Tipps zur Akquisition von Kunden und zur geschickten Positionierung des Unternehmens. Der SchlĂŒssel liegt darin, so Traverso, ein Image aufzubauen, das Kompetenz, Erfahrung, VerlĂ€sslichkeit und BestĂ€ndigkeit ausdrĂŒckt. Von der Wahl des Namens und des GeschĂ€ftssitzes bis zu kleinen Tricks, wie man mit preiswerter IT-Technologie ein professionelles Unternehmensbild erzeugt, vom Finden der eintrĂ€glichen Produkt- und Kundennischen bis zum zielgruppenorientierten Marketing vereint Gewinnen gegen Goliath praxisnahe Instrumente, mit denen motivierte Kleinunternehmer die Goliaths auf dem Markt ĂŒberlisten können.

Debra K. Traverso: Gewinnen gegen Goliath.
Eichborn Verlag, 223 Seiten, 19,90 €.


„Gib jedem seinen eigenen Tod“
von Veit Heinichen

Triest im Hochsommer. Eine Luxusyacht lĂ€uft in den frĂŒhen Morgenstunden mit voller Fahrt auf die KĂŒste auf. Als sie gefunden wird, ist sie leer, von ihrem Eigner fehlt jede Spur. Kommissar Proteo Laurenti stĂ¶ĂŸt bei den Ermittlungen auf einen alten Widersacher: Bruno de Kopfersberg, der vor langer Zeit unter dem Verdacht stand, seine Frau Elisa umgebracht zu haben – beweisen konnte man es ihm nie. In der mörderischen Hitze des Triester Sommers bekommt es Laurenti mit organisierter KriminalitĂ€t, Menschenschmuggel, GeldwĂ€sche und Mord zu tun. Dabei hat er auch privat einiges am Hals: Seine Frau will eine neue Wohnung, der 80. Geburtstag seiner Schwiegermutter steht an, und seine Tochter bewirbt sich zu seinem Entsetzen fĂŒr die Wahl zur Miss Triest.

Veit Heinichen: Gib jedem seinen eigenen Tod.
DTV, 330 Seiten, 9,00 €.


„Hans Christian Andersen“
von Jens Andersen

Die Biografie

Fast jeder kennt wohl die ErzĂ€hlungen des großen dĂ€nischen MĂ€rchendichters Hans Christian Andersen, wie „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Die Prinzessin auf der Erbse“. Doch kaum jemandem ist bekannt, dass sich Anderson's Lebensgeschichte selbst wie ein Abenteuer liest. Aufgewachsen in Ă€rmsten VerhĂ€ltnissen, hat er sich, mit dem unerschĂŒtterlichen Willen, berĂŒhmt zu werden, in die höchstdekorierten Kreise emporgeschrieben. Inspiration fĂŒr den Stoff seiner MĂ€rchen fand er auf 29 ausgedehnten Reisen durch ganz Europa, Nordafrika und den Orient. Mit diesem Buch liegt rechtzeitig zum 200. Geburtstag des ErzĂ€hlers am 2. April 2005 eine umfangreiche, aktuelle und reich illustrierte Lebensdarstellung vor, die den Menschen Hans Christian Andersen in all seiner KomplexitĂ€t und WidersprĂŒchlichkeit zeigt.

Jens Andersen: Hans Christian Andersen.
Insel Verlag, 808 Seiten, 28,00 €.


„Hanf als Medizin“
von Franjo Grotenhermen

In den vergangenen Jahren wurden wichtige neue Erkenntnisse ĂŒber den medizinischen Nutzen der Hanfpflanze gewonnen. Auch im öffentlichen Bewusstsein und in der Haltung von Politik und Justiz zeigt sich eine zunehmende Öffnung hin zur Akzeptanz von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Cannabis-Produkte lassen sich oft erfolgreich bei schweren Erkrankungen einsetzen. Anwendungsgebiete sind vor allem chronische Schmerzen, chronische EntzĂŒndungen, neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose und QuerschnittslĂ€hmung, Hemmung der Übelkeit bei Krebs-Chemotherapie, AIDS und Hepatitis. Zahlreiche Patienten erleben Cannabis als das beste Medikament, das sie je versucht haben und das zudem völlig nebenwirkungsfrei ist. Das Buch beschreibt die Chancen und Risiken der Behandlung mit Cannabis und seinen Inhaltsstoffen, dokumentiert wissenschaftliche Forschungsergebnisse und liefert eine FĂŒlle von Tipps zum Umgang mit Cannabis-Produkten fĂŒr medizinische Zwecke.

Franjo Grotenhermen: Hanf als Medizin.
AT Verlag, 192 Seiten, 14.90 €.


„Hinter dem Ruhm – GesprĂ€che“
von Jörn Jacob Rohwer

Jörn Jacob Rohwer bringt berĂŒhmte Menschen zum Reden. Wie er das macht, ist eine ganz eigene Kunst. Mit Offenheit, Charme und großem Hintergrundwissen entlockt er seinen GesprĂ€chspartnern viel mehr, als diese eigentlich preisgeben wollten. Ob in London, Paris, Mailand, Berlin oder New York – Jörn Jacob Rohwer ist auf den Punkt vorbereitet, wenn er einer Persönlichkeit aus Kunst, Literatur, Wissenschaft oder Gesellschaft zum GesprĂ€che gegenĂŒbersitzt. Akribisch zerlegt er mit seinen Fragen das Leben der HochleistungskĂŒnstler und Charakterköpfe, deren Wesen, Weltanschauung und Moral. Hinter dem schillernden, oft trĂŒgerischen Glanz des Ruhms sucht Rohwer nach dem Unverstellten, EigentĂŒmlichen, auch WidersprĂŒchlichen einer Person. Er fragt offen, mit Neugier, Sympathie und sicherem Instinkt – und sein gegenĂŒber beginnt freimĂŒtig zu erzĂ€hlen. Diese PortrĂ€t-GesprĂ€che haben kein Verfallsdatum, es geht in ihnen nicht um Neues vom Tage, sondern um den Menschen in seiner Zeit und das, was ihn bewegt. Der Band enthĂ€lt GesprĂ€che mit Werner Herzog, Ian McEwan, Arthur Miller, Yoko Ono, Paloma Picasso, Rosamunde Pilcher, Guy Baron de Rothschild, Oliver Sacks, Bernhard Schlink, Susan Sontag, George Tabori, Tomi Ungerer, Robert Wilson und anderen.

Jörn Jacob Rohwer: Hinter dem Ruhm – GesprĂ€che.
Steidl, 320 Seiten, 19,90 €.


„Ich esse fĂŒr mein Leben gern!“
von Christina Mikinovic und Christian Petz

Mit Genuss essen und trotzdem schlank bleiben – dieses Kochbuch bietet einen Leitfaden fĂŒr intelligentes Genießen ohne DiĂ€twahn. Die renommierte ErnĂ€hrungsmedizinerin Christina Mikinovic und der Drei-Hauben-Koch Christian Petz haben sich zusammengetan, um ein ErnĂ€hrungskonzept zu entwickeln, das den Abbau ĂŒberschĂŒssiger Fettdepots im Körper bei gleichzeitiger Erhaltung der Muskelmasse zum Ziel hat. Neben vielen wertvollen Informationen auf dem neuesten Stand medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse liefert dieses Buch raffinierte Rezepte, die sich noch dazu ganz leicht nachkochen lassen – ideal auch fĂŒr Diabetiker.

Christina Mikinovic / Christian Petz: Ich esse fĂŒr mein Leben gern.
Verlag Deuticke, 143 Seiten, 22,90 €.


„Im Jenseits ist die Hölle los“
von Arto Paasilinna

„Mein Tod kam fĂŒr mich völlig ĂŒberraschend.“ So kann es gehen, wenn Mann beim Überqueren einer Straße allzu intensiv einer jungen Frau hinterherschaut und dabei von einem Auto ĂŒberfahren wird. Doch viel ĂŒberraschender ist fĂŒr den soeben verstorbenen 30-jĂ€hrigen Journalisten das, was danach geschieht. Sieht er doch seinen toten Körper af der Straße liegen, begleitet diesen ins Krankenhaus und wird Zeuge, wieder Totenschein ausgestellt wird. Offensichtlich muss er sich an eine neue Daseinsform als Geist gewöhnen, einen Zustand, der zunĂ€chst mehr Vorteile als nachteile mit sich zu bringen scheint. Unsichtbar fĂŒr die Lebenden, bewegt er sich in atemberaubender Schnelligkeit in der ganzen Welt, schließt Freundschaft mit Papst Pius IX. und nimmt an einem Happening mit Jesus teil. Dann aber muss er lernen, dass auch auf Geister ganz menschliche Gefahren lauern ...

Arto Paasilinna: Im Jenseits ist die Hölle los.
LĂŒbbe, 219 Seiten, 18,00 €.


„Im Schatten der Derivate“
von Wolfgang Hafner

Vielerorts herrscht noch eine Vorstellung von GeldwĂ€sche, in der GlĂŒcksspiel, exotische Restaurants und Koffer voller Bargeld dominieren. Die RealitĂ€t unserer globalisierten Welt sieht jedoch anders aus. Geld wird heute vorwiegend ĂŒber die aufgeblĂ€hten, rĂŒcksichtslos gewinnorientierten FinanzmĂ€rkte gewaschen. Davon profitieren auch renommierte BankhĂ€user, ĂŒber deren Konten die betreffenden Transaktionen abgewickelt werden. Wolfgang Hafner enthĂŒllt in seinem aktuellen Sachbuch die komplexen Machenschaften der Finanzelite mit den TermingeschĂ€ften. Er zeigt, ĂŒber welche Verbindungen die Herkunft von Finanzmitteln so verschleiert werden kann, dass die Behörden kaum eine Chance haben, diesen Waschprozess zu rekonstruieren – und dies auch hĂ€ufig nicht wollen, da GeldwĂ€scherei ein eintrĂ€gliches GeschĂ€ft ist. Im Zentrum des Buches stehen die Derivate, die sich im Laufe der letzten Jahre zu einem zentralen Bestandteil des BankgeschĂ€fts entwickelt haben. Entscheidend fĂŒr die AttraktivitĂ€t der Derivate zur GeldwĂ€scherei ist aber die Deregulierung der FinanzmĂ€rkte und deren damit erfolgte AufblĂ€hung. Am Beispiel einer deutschen Vermögensverwaltungsgesellschaft entwirrt Hafner die GeschĂ€ftsbeziehungen zwischen Banken, vorwiegend deutschen Maklern und Fondsgesellschaften.

Wolfgang Hafner: Im Schatten der Derivate.
Eichborn, 215 Seiten, 24,90 €.


„Isaac Newton – Die Geburt des modernen Denkens“
von James Gleick

Isaac Newton (1643–1727) erreichte nicht nur ein biblisches Alter, die von ihm formulierten Bewegungsgesetze, die Newton’schen Axiome, trugen entscheidend zur Entstehung unseres modernen Weltbildes bei. Diese wie auch Newton's nicht weniger folgenreichen Entdeckungen auf dem Gebiet der Optik, die Spektralfarben-Theorie, sowie die Integral- und Differenzialrechnung machten den PrĂ€sidenten der „Royal Society“ zu einem der Pioniere der modernen Wissenschaft. Newton’s Suche nach den Gesetzen, die die Welt bestimmen, beschrĂ€nkte sich allerdings nicht auf die Physik allein. Er nahm aktiv teil an den politischen und religiösen KĂ€mpfen seiner Zeit und widmete sich ebenso intensiv dem Studium der Alchemie. James Gleick fĂŒhrt uns in seinem allgemeinverstĂ€ndlich geschriebenen Sachbuch in die Werkstatt des großen Gelehrten, der die revolutionĂ€re Entdeckung machte, dass fĂŒr die kleine und die große Welt, fĂŒr den Apfel wie fĂŒr den Mond, dieselben Naturgesetze gelten. Ein spannender Blick auf einen Menschen, dessen Bedeutung fĂŒr die Wissenschaft nicht hoch genug eingeschĂ€tzt werden kann.

James Gleick: Isaac Newton – Die Geburt des modernen Denkens.
Artemis & Winkler, 260 Seiten, 24,90 €.


„Kleines Lexikon der Vorzeichen und Wunder“
von Michaela Schwegler

Was verbirgt sich hinter Froschregen? Wie wurden Himmels-Erscheinungen in der Geschichte erklĂ€rt? Was hat es mit neueren WunderphĂ€nomenen wie Kornkreisen oder UFOs auf sich? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das vorliegende Lexikon in informativen und reich illustrierten Artikeln. Die ErklĂ€rungen der wunderbaren oder ĂŒbernatĂŒrlichen Erscheinungen und Ereignisse reichen von religiösen Deutungen als Zeichen Gottes ĂŒber (para)psychologische oder aberglĂ€ubische Auslegungen bis hin zu wissenschaftlichen Interpretationen. Anhand von Bild- und Textquellen entstehen zu jedem der Vorzeichen und Wunder kleine Geschichten, die manches, was unbegreiflich schien, aufschlĂŒsseln – oftmals aber lassen sich die PhĂ€nomene nicht vollstĂ€ndig klĂ€ren und behalten ihre faszinierende RĂ€tselhaftigkeit.

Michaela Schwegler: Kleines Lexikon der Vorzeichen und Wunder.
Beck, 163 Seiten, 9,90 €.


„KrĂ€uter“
von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Jan Peter Westermann
und Nikolai Buroh

Susanne Bodensteiner und Reinhardt Hess sind leidenschaftliche Köche mit einem besonderen Faible fĂŒr wĂŒrziges GrĂŒne. Ihre KrĂ€uter-Expeditionen fĂŒhrten sie in exotische LĂ€nder, auf heimische Wiesen, in den eigenen KrĂ€utergarten und natĂŒrlich immer wieder in die KĂŒche, wo sie mit den entdeckten Aromen die spannenden Rezepte fĂŒr dieses Buch entwickelten. „FĂŒr uns sind KrĂ€uter das Salz in der Suppe, eine Freude fĂŒr das Auge und ein Erlebnis beim Essen. Je nach Zusammenstellung können sie Erinnerungen an Urlaub unter sĂŒdlicher Sonne, an schöne Erlebnisse oder an DĂŒfte aus der Kindheit bringen, die Fantasie anregen und Gerichten eine sĂŒdlĂ€ndische oder asiatische Note geben, ohne dass dafĂŒr viel Arbeit notwendig wĂ€re.“ Neben den leicht nachzumachenden und doch raffinierten Rezepten bietet das Buch einen kleinen KrĂ€uterkurs, Tipps fĂŒr Anbau und Ernte von KrĂ€utern und sogar Bezugsadressen fĂŒr Saatgut.

Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Jan Peter Westermann, Nikolai Buroh: KrÀuter.
GrĂ€fe & Unzer, 216 Seiten, 24,90 €.


„Letztes VermĂ€chtnis“
von Carl Hiaasen

Der ehemalige Reporter Jack Tagger fristet ein trostloses Dasein, seit er in die Abteilung fĂŒr Nachrufe und Todesanzeigen versetzt wurde. Als er vom rĂ€tselhaften Tod eines Rock-Stars erfĂ€hrt, wittert er seine große Chance und macht sich auf die Suche nach einer Titelstory – sehr zum Missfallen der frisch gebackenen Witwe ... Carl Hiaasen, Reporter und Starkolumnist des „Miami Herald“, ist dem Establishment von Florida verhasst, greift er doch mit spitzer Feder genau jene Themen auf, die die skrupellosen GeschĂ€ftemacher dort nicht an die große Glocke hĂ€ngen wollen: Profitgier, Touristennepp und Umweltzerstörung. Seine Romane zeichnen sich durch spannende Plots, schwarzen Humor und pointierte Dialoge aus. Hiaasen gilt als bissiger Kritiker des amerikanischen Lifestyle.

Carl Hiaasen: Letztes VermÀchtnis.
Goldmann, 414 Seiten, 9,50 €.


„Logoland“
von Max Berry

In Max Barry's Vision von morgen lĂ€uft der globale Kapitalismus Amok. Die Welt wird von einigen wenigen amerikanischen Konzernen beherrscht, die aggressiv um die Vormachtstellung am kĂ€mpfen, wobei ihnen jedes Mittel recht ist. Der Regierung, die inzwischen zu pleite ist, um Verbrechen aufzudecken, sind dabei praktisch die HĂ€nde gebunden. Angestellte werden nach ihrem Arbeitgeber benannt, Steuern sind verboten, selbst Polizei und die amerikanische Waffen-Lobby sind lĂ€ngst privatisiert und korrupt. Ohne Cash kein Service. Es gibt Premium-Highways fĂŒr die Reichen, Produktwerbung in den firmengesponserten Schulen und die 911-Notrufnummer hilft nur bei gĂŒltiger Kreditkarte. Die freie Marktwirtschaft kennt keine Grenzen oder Skrupel, und so ist es kein Wunder, als zwei Marketing-Angestellte von Nike die Idee zu einer gnadenlosen Promotion-Aktion haben. Um die Street-Credibility eines neuen 2.500 Dollar teuren Turnschuhs zu steigern, wollen sie bei dessen MarkteinfĂŒhrung zehn Teenager erschießen lassen. Da sie die Morde nicht selbst begehen wollen, ködern sie Hack Nike, einen kleinen leichtglĂ€ubigen Vertriebsangestellten. Mit der Aussicht auf einen Job im Marketing unterschreibt der einen Vertrag mit tödlichen Folgen. Als er kalte FĂŒĂŸe bekommt, geht er zur Polizei, die ihm anbietet, den Job gegen Bezahlung fĂŒr ihn auszufĂŒhren.

Max Barry: Logoland.
Heyne, 399 Seiten, 12,00 €.


„Love Letters“
von HA Schult

Am 3. Juli 2001 rief HA Schult Deutschland auf, einen Liebesbrief an wen oder was auch immer zu schreiben, an ihn zu schicken und damit einen Baustein fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Liebesskulptur der Welt beizutragen. Und die Deutschen erwiesen sich als viel romantischer und phantasievoller als es sich die Welt hatte vorstellen können. AnnĂ€hernd 100.000 Liebes-Botschaften erhielt der AktionskĂŒnstler zugesandt: von intimen GestĂ€ndnissen ĂŒber heiße LiebesschwĂŒre bis zu rĂŒhrend gestalteten Kunstwerken der GefĂŒhle. Vom 12. Oktober bis zum 11. November 2001 verwandelte HA Schult in Berlin Mitte das alte Postfuhramt in sein „Love Letters Building“. In einer Rauminstallation waren 50.000 Briefe, die vom Niederrhein und von Oberbayern, Sylt und RĂŒgen, Teltow und dem Bergischen Land eingegangen waren, ausgelegt. Mit 5.000 eingescannten Briefen haben 50 junge Menschen aus aller Welt gemeinsam mit HA Schult das gesamte GebĂ€ude verkleidet. Mehr als zwei Millionen Besucher kamen. Wer die Liebesskulptur verpasst hat, kann in diesem mitreissendem Bildband ĂŒber 1.000 der zĂ€rtlichsten, ungewöhnlichsten, intimsten, irrwitzigsten „Love Letters“ entdecken.

HA Schult: Love Letters.
Patmos Verlag, 1.056 Seiten, vierfarbig, 29,90 €.


„Mark Twain – Bummel durch Deutschland“
von Hans Traxler

1878 trat Mark Twain mit seiner kleinen Reisegruppe eine Europa-Tour durch Deutschland, die Schweiz und Ober-Italien an. Der erste Teil seines amĂŒsanten Reiseberichts fĂŒhrt von Hamburg ĂŒber Frankfurt, Heidelberg und den Schwarzwald bis zum Alpenrand und öffnet dem deutschen Leser ungeahnte Einsichten ĂŒber sein Land. Vom Heidelberger Studentenleben ĂŒber eine ‚Katzenmusik‘ namens „Lohengrin“ in der Mannheimer Oper, der Twain'schen Version der „Loreley“-Sage, die deutsche Gewissenhaftigkeit, den idyllischen Schwarzwald, bis hin zur „schrecklichen deutschen Sprache“, mit der der Autor sich immer wieder plagt, reichen Twain's Betrachtungen. Hans Traxler hat die schönsten und skurrilsten Szenen aus Twain's Deutschland-Reise herausgepickt und illustriert.

Hans Traxler: Mark Twain – Bummel durch Deutschland.
Edition BĂŒchergilde, 267 Seiten, 24,90 €.


„Meine WildpflanzenkĂŒche“
von Jean-Marie Dumaine

Seit rund 20 Jahren hat sich Jean-Marie Dumaine mit Leib und Seele der WildpflanzenkĂŒche verschrieben und sich dadurch mit seinem Restaurant „Vieux Sinzig“ in Bonn weit ĂŒber die Region hinaus einen Namen gemacht. Welche FĂŒlle an krĂ€ftigen, intensiven Aromen und vielfĂ€ltigen Geschmacks-Nuancen Wildpflanzen auf Teller und Gaumen entfalten können, zeigen die 100 Rezepte des kreativem TĂŒftlers Dumaine. Nach Jahreszeiten geordnet, prĂ€sentiert er 100 außergewöhnliche Gourmet-Rezepte, die durch den gekonnten Einsatz von Wildpflanzen ihre ungewöhnliche Note erhalten. Alle verwendeten Pflanzen finden sich in unseren Breiten; die Kunst besteht darin, durch die richtige Verarbeitung das Geschmackspotenzial optimal zu entfalten. Die Rezepte sind nichts fĂŒr den kleinen Hunger zwischendurch; ein gewisses Engagement wird beim Hobby-Koch vorausgesetzt. DafĂŒr ist die Begeisterung der GĂ€ste garantiert, wenn sie ĂŒberrascht werden mit ZiegenkĂ€se im Croissant-Mantel mit LöwenzahnblĂŒten-Chutney oder mit Tannenspitzen-Schaum an Schokoladen-Eis.

Jean-Marie Dumaine: Meine WildpflanzenkĂŒche.
AT Verlag, 160 Seiten, 29,90 €.


„Oskar Schindler – Die Biographie“
von David M. Crowe

Seit Steven Spielberg's Film „Schindler's Liste“ glaubt man, ĂŒber Oskar Schindler Bescheid zu wissen: Er war der Mann, der unter Lebensgefahr und unter Aufopferung seines Vermögens selbstlos ĂŒber tausend unschuldiger Mitmenschen vor dem Tod in den Konzentrationslagern der Nazis rettete. David M. Crowe’s monumentale Biographie zeigt, wie spannend, widersprĂŒchlich und wechselhaft dieses außergewöhnliche Leben wirklich war. Denn Schindler’s beispiellose Tat war das Ergebnis eines langes Weges: er arbeitete zunĂ€chst als Spion fĂŒr die Nazis, half bei den Kriegsvorbereitungen mit und lieferte die polnischen Uniformen, die beim Überfall auf den Sender Gleiwitz zum Einsatz kamen. Als Fabrikbesitzer hoffte Schindler, in den von den Nazis besetzten Gebieten schnell zu Geld zu kommen. Doch als er merkte, dass die Pogrome der Nazis System hatten, begann er zunĂ€chst heimlich, dann immer offensiver seine jĂŒdischen Arbeiter zu retten. Die Entstehung der berĂŒhmten Listen (David M. Crowe fand nicht nur eine, sondern mehrere Versionen davon) war jedoch viel komplizierter, als man bisher wusste. Sie wurden zwar in Schindlers Auftrag erstellt – aber er selbst hatte nicht bestimmt, welche Namen auf ihnen standen. Er saß damals bei der Gestapo in Haft.

David M. Crowe: Oskar Schindler – Die Biographie.
Eichborn, 900 Seiten, 34,90 €.


„Praxisbuch ExistenzgrĂŒndung“
von Svenja Hofert

SelbststĂ€ndig arbeiten ist der Traum vieler Angestellter, aber auch eine attraktive Alternative fĂŒr Arbeitslose. Formen der SelbststĂ€ndigkeit reichen von der freien Mitarbeit bis zur GrĂŒndung einer Gesellschaft. Von der persönlichen Eignung des GrĂŒnders, der Wahl der Rechtsform, ĂŒber den Umgang mit Behörden, Banken und Versicherungen bis hin zur erfolgreichen Planung und Umsetzung erfahren GrĂŒnder in allen Branchen, was sie wissen mĂŒssen. Sie erhalten rechtlich fundiertes und faktenorientiertes Wissen. Umfangreiche und vor allem auch fĂŒr Neulinge ohne BWL-Kenntnisse verstĂ€ndliche Hilfsmittel machen das Buch zu einem wertvollen Wegbegleiter, um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen ...

Svenja Hofert: Praxisbuch ExistenzgrĂŒndung.
Eichborn, 416 Seiten, 26,90 €.


„Profit“
von Richard Morgan

Was geschieht, wenn die Globalisierung außer Kontrolle gerĂ€t? Es entstehen internationale Konzerne, die die Konflikte in der Ditten Welt, mit denen sie Aktiengewinne erzielen, selbst anzetteln. Konzerne, die in ihrer Gier nach Profit ganze Regierungen und Staaten kaufen. Und Konzerne, deren Manager das Wort „Konkurrenzkampf“ manchmal allzu wörtlich nehmen. Erfolgsautor Richard Morgan („Logoland“) orientiert sich in seinem neuen Roman wieder hart an der Wirklichkeit: In einer völlig durchkapitalisierten Welt wird der junge Londoner Investmentbanker Chris Faulkner von der Konkurrenz zum Abschuss freigegeben. Die ohnehin brutalen GeschĂ€ftsmethoden eskalieren ...


Richard Morgan: Profit.
Heyne, 576 Seiten, 13,00 €.


„Samuel Hahnemann – BegrĂŒnder der Homöopathie“
von Robert JĂŒtte

Unweit des Weißen Hauses in Washington erinnert ein imposantes Denkmal an einen der bedeutendsten deutschen Ärzte der Goethe-Zeit: Samuel Hahnemann (1755–1843), den BegrĂŒnder der Homaöopathie. Millionen von Menschen in aller Welt vertrauen inzwischen seiner Heilweise. An dem 1790 von ihm entdeckten Ähnlichkeits-Prinzip und den Arzneimittelgaben in hohen VerdĂŒnnungen scheiden sich allerdings immer noch die Geister. Robert JĂŒtte schildert das bewegte Leben Hahnemanns, von den schwierigen AnfĂ€ngen als medizinischer Schriftsteller in der sĂ€chsischen Provinz bis zu den Glanztagen als Mode-Arzt der Pariser Gesellschaft. Über eine interessante und spannende Biografie hinaus, werden hier Einblicke in Grundprinzipien und Praxis der homöopathischen Heilkunst vermittelt. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auch auf das, was Patienten bereits zu Lebzeiten Hahnemanns an der Homöopathie schĂ€tzten.

Robert JĂŒtte: Samuel Hahnemann – BegrĂŒnder der Homöopathie.
DTV, 280 Seiten, 14,00 €.


„Thailand – Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten“
von Dara Spirgatis und Margit Proebst

Eine der hĂ€ufigsten thailĂ€ndischen BegrĂŒĂŸungen lautet ĂŒbersetzt: „Haben Sie heute schon Reis gegessen?“ – Doch Reis ist lĂ€ngst nicht alles, was die thailĂ€ndische KĂŒche zu bieten hat: Ob Garnelensuppe mit Zitronengras oder Rindfleischsalat mit Koriander – im tropischen Klima wĂ€chst eine FĂŒlle von GemĂŒsen und FrĂŒchten, KrĂ€utern und GewĂŒrzen, die inzwischen auch bei uns erhĂ€ltlich sind. Das Autoren-Team serviert ĂŒber 90 thailĂ€ndische Originalrezepte, von der klassischen Garnelensuppe ĂŒber den sauer-scharfen Papaya-Salat bis hin zur aktuellen Variante des grĂŒnen Thaicurry mit Auberginen. Dazu gibt es Wissenswertes rund um die wichtigsten Zutaten aus der Thai-KĂŒche, das Ganze garniert mit echten KĂŒchengeheimnissen aus Thailand und Tipps zur stilechten Tischdeko.

Dara Spirgatis / Margit Proebst: Thailand –
Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten.
GrĂ€fe & Unzer, 168 Seiten, 19,90 €.


„The Cocka Hola Company“
von Matias Faldbakken

Eine Porno-Produktionsfirma als letzte Möglichkeit fĂŒr ein entspanntes und unangepasstes Leben – das ist die Ausgangssituation fĂŒr die Helden in „The Cocka Hola Company“. Sie sind sexbesessen oder impotent, sĂŒchtig oder abstinent, aber sie haben ein gemeinsames Ziel: sich der herrschenden Konsenskultur zu entziehen. Es ist eine ziemlich verrĂŒckte, doch gut organisierte Truppe, die es mittels der Porno-Produktionsfirma „Desirevolution“ geschafft hat, sich an der schmuddeligen Kehrseite des aufgeklĂ€rten Bewusstseins einzunisten. Alle vereint sie der Zorn auf die herrschende „NormalitĂ€ts-Paranoia“ und der Wille zu einem Leben in Freiheit. Faldbakken's unter Pseudonym veröffentlichter Roman löste in Norwegen zunĂ€chst heftige Kontroversen aus, wurde dann aber begeistert gefeiert. Ein gut gelaunter Angriff auf die großen LebenslĂŒgen von Selbstverwirklichung und individuellem GlĂŒck ...

Matia Faldbakken: The Cocka Hola Company.
Heyne, 464 Seiten, 8,95 €.


„The Downloader's Bible“
von Dave McAleer

Das Internet ist der Plattenladen der Zukunft, und der Verkauf von Download-Tracks wird bald den von CDs und anderen TontrĂ€gern weltweit ĂŒbertreffen. In den USA werden bereits zwanzigmal mehr Downloads verkauft als CD-Singles. Um einen Titel im Internet zu finden, ist natĂŒrlich die Kenntnis der korrekten Schreibweise erforderlich. Die „Downloader’s Bible“ erinnert außerdem an die Hits der letzten 40 Jahre, die man fast schon vergessen hat, aber gern in der eigenen Musiksammlung speichern wĂŒrde. Der Katalog listet ĂŒber 22.000 der grĂ¶ĂŸten US-amerikanischen und englischen Hits aus vier Jahrzehnten auf, einmal alphabetisch geordnet nach Titeln, einmal nach Interpreten. Auch wer wissen will, was seine Lieblingsband noch so veröffentlicht hat, wird hier also fĂŒndig. Damit wird die „Downloader’s Bible“ zum unentbehrlichen Nachschlagewerk fĂŒr alle, die ihren musikalischen Horizont erweitern wollen. Eine kurze EinfĂŒhrung gibt Tipps fĂŒr alle, die mit dem Laden von Musikdateien noch keine Erfahrungen haben und fĂŒhrt 17 der wichtigsten MP3-Internet-Adressen an.

Dave McAleer: The Downloader's Bible.
Edition Olms, 1.020 Seiten, 15,00 €.


„Tote aus Papier“
von Alicia Giménez-Bartlett

Der Skandal-Journalist Ernesto ValdĂ©s ist bekannt wie ein bunter Hund. Auch Petra Delicado, das weiblichste und spitzzĂŒngigste Mitglied der „PolicĂ­a Nacional“, lernt ihn kennen – als Leiche, denn ValdĂ©s ist in seiner Wohnung ermordet worden. Die Liste der VerdĂ€chtigen scheint unbegrenzt und fĂŒhrt die Eemittlerin in die Welt des Showbusiness. Doch das Jet-Set-Milieu zwischen Barcelona und Madrid erweist sich fĂŒr sie schon bald als rutschiges Pflaster.

Alicia Giménez-Bartlett ist die derzeit wohl beliebteste spanische Krimi-Autorin. Ihr Team aus Inspektorin Delicado und Sub-Inspector Fermin Garzon hat schon manchen Verbrecher zur Strecke gebracht und unzÀhlige Leser begeistert.

Alicia Giménez-Bartlett: Tote aus Papier.
BLT, 347 Seiten, 8,95 €.


„Überleben in der Todeszone“
von Kenneth Kamler

Der Mensch kann nur auf einem FĂŒnftel der Erde leben – der Rest ist fĂŒr ihn Todeszone. Kenneth Kamler – einer der gefragtesten Expeditions-Ärzte und medizinischen Berater der „NASA“ – berichtet aus eigener Erfahrung ĂŒber Menschen in extremen Krisensituationen. Ob in den Tiefen des Dschungels, im Feuer der WĂŒste oder im Weltall – wenn AusrĂŒstung und Hilfsmittel versagen, entwickelt der Mensch unglaubliche FĂ€higkeiten, um dem scheinbar sicheren Tod zu entkommen. Kamler's spannende Dokumentation beweist: In uns gibt es mehr unerklĂ€rlicherĂ€fte als irgendwo sonst auf der Welt.

Kenneth Kamler: Überleben in der Todeszone.
LĂŒbbe, 400 Seiten, 19,90 €.


„Verfall und Untergang des Römischen Reiches“
von Edward Gibbon

Vom Tod Marc Aurels bis zur Eroberung Konstantinopels erzĂ€hlt Edward Gibbon von Verfall und Untergang des Römischen Reiches, eines Weltreichs, das sich ĂŒber den ganzen Mittelmeerraum erstreckte. Das Werk eines der berĂŒhmtesten Historiker aller Zeiten, das als „Sternstunde der europĂ€ischen Geschichtsschreibung“ (Stuttgarter Nachrichten) gefeiert wird, ist auch 200 Jahre nach seinem Erscheinen eine spannende LektĂŒre fĂŒr alle historisch Interessierten. Fast 1.300 Jahre römischer bzw. europĂ€ischer Geschichte werden nachvollziehbar beschrieben, wobei es Gibbon gelingt, selbst komplexe ZusammenhĂ€nge in wenigen SĂ€tzen darzustellen ...

Edward Gibbon: Verfall und Untergang des Römischen Reiches.
Eichborn, 610 Seiten, 22,90 €.


„Vom ersten Tag an anders –
Das weibliche und das mĂ€nnliche Gehirn“
von Simon Baron-Cohen

Warum reden Frauen leidenschaftlich gern mit Freundinnen ĂŒber Beziehungen, wĂ€hrend MĂ€nner lieber am Computer sitzen? Frauen und MĂ€nner sind vom ersten Tag an anders, behauptet der Psychologe Simon Baron-Cohen; bereits im Mutterleib werden ihre Gehirne durch unterschiedliche Hormonkonzentrationen verschieden programmiert. WĂ€hrend das Gehirn von Frauen auf EinfĂŒhlung ausgerichtet ist, ist dem Gehirn von MĂ€nnern die Gabe angeboren, die Welt analysierend begreifen zu wollen. Anhand faszinierender Fallbeispiele aus der Hirnforschung belegt Baron-Cohen, wie die beiden fundamental unterschiedlichen Gehirntypen aufgebaut sind. Ein spannendes Buch, das mit dem Tabu der mentalen Gleichheit bricht.

Simon Baron-Cohen: Vom ersten Tag an anders –
Das weibliche und das mÀnnliche Gehirn.
Verlag Walter, 336 Seiten, 19,90 €.


„Warum Gott doch wĂŒrfelt“
von Marcus Chown

Über „schizophrene Atome“ und andere MerkwĂŒrdigkeiten aus der Quantenwelt ... Wissenschaftliche Werke zum Thema Quantentheorie sind fĂŒr den Laien nicht nachvollziehbar. Wenn Marcus Chown davon erzĂ€hlt, sieht die Sache anders aus. Auch ohne besondere Vorkenntnisse bekommt man eine Vorstellung von dieser faszinierenden Welt, die zugleich unsere eigene ist. Denn jedes Atom, das sich in unserem Körper befindet, könnte zuvor im Zahn eines Dinosauriers oder im blonden Haar von Marilyn Monroe gewesen sein. Kenntnisreich, spannend und unterhaltsam fĂŒhrt uns Marcus Chown durch die Mikrowelt. Fast spielerisch gelingt es ihm, die Grundprinzipien der Quantentheorie nachvollziehbar zu machen. Mit anschaulichen Vergleichen und bildhaften Modellen weckt er Interesse und VerstĂ€ndnis fĂŒr unser sich stĂ€ndig erweiterndes Bild vom Universum.

Marcus Chown: Warum Gott doch wĂŒrfelt.
DTV, 220 Seiten, 15,00 €.


„Zensor USA“
von Kristina Borjesson

Sie arbeiteten als Journalisten fĂŒr „CBS“, „Newsweek“ oder „CNN“, die meinungsbildenden Medien im Land der Freiheit. Sie ermittelten in unterschiedlichen FĂ€llen, wie Wahlbetrug, Kriegsverbrechen und Verbrechen, in die die CIA verwickelt ist. Was ihnen gemeinsam ist: Einflussreiche Gruppen, Regierung oder Firmen, wollten um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit an die Öffentlichkeit gelangte. Stattdessen wurden die ermittelnden Journalisten entlassen. Nun packen sie aus. Spannend wie ein Krimi enthĂŒllt Zensor USA, wie es hinter den Kulissen der Macht zugeht. Kristina Borjesson zeigt in zahlreichen Essays, mit welchen Strategien die amerikanische Meinungs- und Pressefreiheit ausgehöhlt wird. Ein Buch, das mutig und engagiert gegen die UnterdrĂŒckung der Wahrheit ankĂ€mpft.

Kristina Borjesson: Zensor USA.
Pendo, 448 Seiten, 24,90 €.


„Zorro“
von Isabel Allende

Geboren im Kalifornien des spĂ€ten 18. Jahrhunderts, ist Diego de la Vega ein Kind zweier Welten: Sohn eines spanischen Edelmanns und einer indianischen Kriegerin. Stolz und Mut lernt Diego von beiden, und so empört er sich frĂŒh ĂŒber die Greueltaten der spanischen Kolonialherren gegen die Indianer. Mit sechzehn verlĂ€ĂŸt Diego die Heimat, um in Barcelona ‚europĂ€ischen Schliff‘ zu erhalten. Spanien leidet unter Napoleons Herrschaft, und schon bald tritt Diego als „Zorro“ einem Geheimbund bei, der sich verschworen hat, fĂŒr Gerechtigkeit zu kĂ€mpfen. Doch vor allem seine Liebe zu Juliana treibt Diego zu tollkĂŒhnen Taten an. Schon bald muss er vor politischer Verfolgung und tödlichen Intrigen zu Fuß durch Spanien fliehen, begleitet von Juliana, deren Schwester und ihrer Gouvernante. Mehr und mehr schlĂŒpft Diego in die Rolle des „Zorro“, als der er nach Kalifornien zurĂŒckkehrt, um mit seinem Degen Gerechtigkeit fĂŒr all jene einzufordern, deren Kampfesmut gebrochen scheint. Die Legende beginnt ...

Isabel Allende: Zorro.
Suhrkamp, 448 Seiten; 22,80 €.

GeÀndert:  10 / 2020